Glücklichbloggen

Glücklichsein ist irgendwie gar nicht in Mode. Positivität auch nicht wirklich.

Das ist zwar kein Phänomen der letzten paar Jahre, aber irgendwie wirken die Pessimisten und Zyniker dieser Welt immer souveräner, als jene die immer betonen glücklich durch die Welt zu laufen. Die sind eher verblendet und unecht. Glück, das scheint vielen Abstrakt. Die meisten nehmen es gar nicht wahr denke ich. Sie merken dann nur, dass vorher alles besser war, wenn es dann mal wieder bergab geht. Zu sagen, dass man unglücklich, genervt oder gestresst ist, dass ist irgendwie einfacher und schlüssiger, als einfach mal zu antworten, dass man so richtig zufrieden mit seinem Leben ist.

Mein Paradebeispiel dafür ist immer die Montagshetze im Netz, jeden Sonntagabend.

Morgen wieder Montag, um Gotteswillen. Montag ich hasse dich. Montags ist alles schlecht.

Alle sieben Tage, komplette 24 Stunden für unbrauchbar erklären? Das sehe ich überhaupt nicht ein. Zum einen, weil ich ein Mensch bin, der sich nicht an Arbeit stört und vielleicht auch, weil ich verstanden habe, dass jede Woche auf‘s neue das Wochenende kommen wird. Der Punkt ist, dass die allermeisten Menschen sich super wohl fühlen, wenn sie etwas abfälliges über den Montag im Netz verbreiten, aber einfach mal zu schreiben: „Bin richtig froh, dass heute Mittwoch ist!“ – einfach so, das macht doch niemand. Unglück ist Gesellschaftskonform. Glück nicht. Glück verursacht Neid und Missgunst. Wer durch die Gegend posaunt, dass es gerade so richtig gut bei ihm läuft, der wird entweder nicht ernst genommen oder in die stille Ecke verschoben.

Viele Leser meines Blogs im Freundes- und Bekanntenkreis haben mich gefragt, ob ich nur „so rum schleime, wenn ich andere Blogger reviewe, damit ich mehr Klicks bekomme?“

Erstens, reviewe ich Nichts und Niemanden. Ich versuche den Gedanken hinter einem Blog oder einer Idee einzufangen und dann wieder zu geben. Ich gehe nicht auf Inhalte ein und nicht auf negative Dinge. Wenn ich über andere Blogger schreibe, werdet ihr da keine Kritik an Inhalten finden. Nicht weil ich nicht finde, dass es nichts Negatives zu sagen gibt, sondern einfach weil ich mich darauf fest gelegt habe nur das Positive zu thematisieren. Ich sehe durchaus, dass mich das für viele Unglaubwürdig und Uninteressant macht, aber wenn die Welt eines nicht braucht, dann noch mehr negativ behafteten Content im Netz.

In diesem Zuge habe ich Anfang der Woche auch etwas sehr erfrischendes hier auf WordPress entdeckt. Ein junge Dame, die sich mit zwei Themen auseinandersetzt: Glück und Achtsamkeit.

Sie war so nett mir einige Fragen zu beantworten und ich finde diese Geschichte sehr spannend und eindeutig erzählenswert. In einer Zeit, bei der es bei dieser Bloggerin gar nicht gut lief (Trennung, berufliche Sackgasse, Selbstfindung etc.) hat sie etwas getan, was ich so von noch keine Menschen gehört habe: Sie hat bewusst einen Weg gesucht und gefunden um wieder zufriedener zu werden.

Das ist ein Konzept, was ich immer versuche mir vor Augen zu führen, aber eben unglaublich schwer zu verwirklichen ist: Glück, kommt nicht durch äußere Umsätze zum Fenster hereingeweht. Glück muss man suchen und man muss es finden.

Dieser Bloggerin haben da die kleinen Glücksmomente im Alltag geholfen, die sie eben auf diesem Blog teilt. So vielleicht auch die Verbindung zur Achtsamkeit. Achtsam sein, das heißt sein Umfeld und sich selbst bewusster wahrnehmen und vor allem auch auf diese Eindrücke eingehen. Das ist eine Übung, der ich in meinem Leben Null gewachsen bin. Wäre das aber der Schlüssel zum Zufrieden sein? Lerne deine Umwelt besser wahrzunehmen und konzentriere dich auf die Positiven Dinge? Nicht wirklich.

Quintessenz dieses Interviews war es jeden Falls, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss und diesen auch gehen sollte, um eben zufrieden zu sein.

Dieses Thema „Wie wird man glücklich im Leben“ würde an dieser Stelle glaube ich jeden Rahmen sprengen. (Wenn ihr dazu aber Gedanken habt, dann gerne in die Kommentare oder per Mail an mich). Worauf ich eigentlich hinaus will ist Folgendes:

Das Internet, ist für viele Menschen ein abstrakter Ort, der von Bildern, Videos und Wörtern regiert wird. Von namenlosen Gesichtern und Fremden. Wo für viele aber das Bewusstsein fehlt, ist dafür, dass eben dieser Ort von nichts anderem bestimmt wird als von Menschen. Nicht von dem, was ihr hier findet kann bestehen, wenn da nicht ein Mensch hinter einem Monitor sitzen würde, der es erschaffen hat. Und diese Menschen sind vor ihren Monitoren erstmal alle gleich. Die haben auch einen schlechten Tag, die haben Probleme und Sorgen, die haben Gefühle und Ängste. Das Internet ist Teil ihres Lebens, wie es auch Teil eures Lebens ist.

Deswegen versuche ich auch so umsichtig wie möglich mit meinem Content umzugehen. Dinge zu schreiben, die interessant sind und Klicks generieren? In diesem Fall Prio B. Dinge schreiben, die im Zweifel etwas Positives, zu mindestens nichts Negatives bewirken? Prio A!

Deswegen freue ich mich auch so, wenn ich Bloggerinnen wie eben erwähnte Person finde, die ihre Reichweite für etwas Gutes und Positives nutzen. Und „Reichweite“, das müssen nicht hunderttausende Menschen sein. Müsstet ihr eine Rede verfassen, die ihr vor nur 10 Leuten halten müsstet, da würdet ihr euch doch trotzdem sehr genau überlegen was ihr sagt, oder?

Glück und Zufriedenheit zu finden. Dafür gibt es keine Garantie. Aber sich mit Positivität zu umgeben, das ist mit Sicherheit schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

Und wenn es mit Montagsmotivation trotzdem nicht klappt, dann kann ich nur diesen Blog empfehlen.

 

 

Natürlich freue ich mich über jede Meinung zu diesem Thema in den Kommentaren.

Du hast dazu eine Geschichte oder einen anonymen Beitrag? Guck mal hier.

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6 Kommentare zu „Glücklichbloggen

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