Die Bedeutung des Teilens

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Das beste was man vermutlich mit seiner Zeit auf dem Planeten Erde anstellen könnte, ist einfach sein Leben zu leben.

Das ist ein sehr dehnbarer Begriff, allerdings bin ich der Meinung, dass es einige Aspekte zu diesem Konzept gibt, außer einfach nur am Leben zu bleiben, die den elementaren Unterschied zwischen Leben und Existieren bestimmen. Lernen gehört zum Beispiel dazu. Aber auch Lehren, Veränderung und Leid.

Aber die Sache, die wirklich einen großen Unterschied macht, ist das Teilen.

Dein Leben mit denen zu teilen, die dich tag täglich in deinem Leben umgeben ist meines Erachtens der Schlüssel für dauerhafte Zufriedenheit. Teilen setzt allerdings zwei Gegebenheiten voraus: Etwas, das man teilen kann und jemanden mit dem man es teilen kann.

Ersteres ist einfach. Im Leben eines jeden Menschen gibt es tagtäglich tausende Situation die sich zu teilen lohnen. Ständig begegnen mir Leute, die ich um einen Artikel bitte mit folgender Antwort: Klar könntest du was schreiben, aber ich denke eigentlich nicht, dass es etwas in meinem Leben gibt, was die Mühe wert wäre.

Diese Aussage gehört definitiv zu den Dingen, die kein Mensch je von sich geben sollte. Es ist nicht so, dass diese Generation nicht in der Lage ist, Dinge zu tun über die es wert wäre zu berichten, das Problem ist eher, dass diese Dinge von vornherein meist gar nicht erkannt oder einfach klein geredet werden.

Zweites ist auch einfach. Es gibt immerhin 7 Milliarden Menschen, die diesen wunderbaren Planeten bevölkern, außerdem haben doch eine nicht unwesentliche Menge dieser Milliarden Zugang zum World Wide Web mit all seinen wunderbaren Funktionen und Möglichkeiten. Das Internet ist der Garten Eden des Teilens. Die Erfindung, die das Teilen erst Salonfähig machte.

Allerdings habe ich in diesem Punkt trotzdem noch den Eindruck, dass es da einige Missverständnisse gibt, wenn es um Online Sharing geht. Teilen sollte niemals auf Basis der Selbstdarstellung passieren und in den aller meisten Fällen tut es das auch gar nicht. In den meisten Fällen picken wir uns einfach die schönsten Aspekte unseres Lebens heraus und Nageln sie eine Galeriewand. Es gibt keinen Grund sich schlecht zu fühlen nur weil sich dein Samstagabend einfach sehr gut an der Wand einer macht. Die Menschen werden sich über deine Postings aufregen und sie schlecht machen, völlig egal welcher Inhalt oder welche Botschaft dahintersteckt. Jemanden dafür zu bestrafen, dass er sich dazu entscheidet etwas mit der Menschheit zu teilen, was ihm in seinem Leben begegnet ist, ist vermutlich die abgefuckteste Art und Weise seinen Mitmenschen überhaupt zu begegnen.

Das Internet hat ein Problem

Online zu gehen und ein Foto von dir und deinen Freunden vom Essengehen in eurem neuen Lieblingsrestaurant am Freitagabend zu posten ist grundsätzlich immer eine gute Idee. Es kann nur eben gut sein, dass das Internet das zunächst anders wiederspiegelt.

Zum einen gibt es da die Leute, die behaupten, dass es ihnen egal ist, was, wo und mit wem zu Abend gegessen hast. Das ist eine legitime Meinung, die man vertreten kann. Allerdings kann man damit nicht gerade gut arbeiten und warum sich diese Leute überhaupt im Social Web rumtreiben, wenn sie keinen Bock auf Menschen haben, kann ich ehrlich gesagt auch nicht verstehen.

Zum anderen, wird es die Leute geben, die sagen, dass du dieses Bild nur gepostet hast, damit du der Welt zeigen kannst wie hip und beliebt du bist und wie vornehm es ist, mit einer Horde Freunde in Restaurants zu gehen und flaschenweise teuren Wein zu trinken. Das ist vermutlich die Meinung eines ziemlicher Eifersüchtigen Haters, gegen den auch noch kein Kraut gewachsen ist.

Zum dritten wird es die geben, die hinterfragen warum die den Moment mit deinen Freunden nicht im Hier und Jetzt genossen hast, sondern lieber deine Zeit damit verschwendet hast einen geeigneten Filter auf Instagram zu finden.
Das ist irgendwie schon ein guter Punkt.

Oder, auf den Punkt gebracht: Instagram hat sich zu einem nicht unwesentlichen Teil zu einer Kollektion von bedeutungslosen überbearbeiteten Bildern entwickeln, die weder eine Geschichte erzählen noch sonst etwas mit dem wirklichen Leben zu tun haben. Und damit wurde der Sinn und Zweck des Teilens um ein paar riesen Schritte verfehlt.

Bedenke dein Werkzeug

Zum Glück gibt es ja mittlerweile eine ziemlich große Menge an Apps und Start Apps, die sich nur dem teilen von Real-Time Sharing von authentischem, echten Content verschrieben haben.

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Snapchat waren glaub ich die ersten, die dieses Problem angegangen sind. Das Hauptaugenmerk seiner Funktion ist etwas, was der Großteil der Instagram Nutzer ziemlich beflissentlich ignorieren: Geschichten erzählen.

Du machst ein Foto, gibst ihm eine Bilderunterschrift, einen lustigen, positiven Filter oder Sticker und dann schickst du es raus an deine Follower, die es nur für eine kurze Zeit sehen können, bevor es wieder verschwunden ist. Wie ein Moment im echt Leben. Du siehst und genießt ihn, aber wenn er einmal da war, kann man ihn nie zurück holen.

Dann gibt es noch einen meiner Favoriten: Casey Neistat’s Beme, mit dem man unbearbeitete Kurzvideos in Echtzeit Uploaden kann, ohne sich den Film vorher noch einmal ansehen zu können.

Verdeckt man die Tageslicht Sensor seines Smartphones wird der Bildschirm schwarz. Man sieht nicht auf sein Handy, sondern auf das was das Handy gerade aufnimmt. Ist der Sensor nicht mehr verdeckt, wird der Film automatisch hochgeladen. Fertig.

Realität für dich und deine Follower.

Dann gibt es natürlich noch Twitter’s Periscope und Facebook Live, klassisches Livestreaming. Allerdings finde ich, das gerade Facebook Live letztlich doch sehr dem klassischen Video gleich und auch so genutzt wird. Nur eben, dass diese dann weniger unterhaltsam sind.

Diese, wie auch viele weitere Konzepte könnten meines Erachtens wirklich eine kleine Revolution anzetteln und Instagram & Co. dauerhaft ablösen. Jedoch gibt es ein entscheidendes Detail, was diesen Apps fehlt und was eigentlich nicht fehlen darf: Die Konversation.

Wie oft sehe ich mir Snaps und Bemes an, mit dem Wunsch mehr darüber zu erfahren oder selbst meinen Senf dazuzugeben. Die Kommentierfunktion ist zwar schon des Öfteren in Verruf geraten, allerdings ist sie letztlich das Abbild, derer die sich mit diesem Content befassen und auch der ausschlaggebende Faktor, der Content zu Leben erweckt.

Was nützt es immer nur Dinge zu sagen, aber nie ein Gespräch führen zu können?

Was ist eure Lieblings Social Media Platform?

PS: Ja, man kann sein Leben auch teilen, in dem man einfach mit anderen Menschen die man kennt, darüber redet. Allerdings wäre dieses Thema jetzt etwas zu umfangreich um es noch zu zerpflücken.

 

Happy Sunday!

 

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6 Kommentare zu „Die Bedeutung des Teilens

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