#3 – Blendle // Zeit

Die erste Hälfte von 2016 ist schon beinahe rum. Die Welt redet über Jan Böhmermann, Milchpreise und wer auf welche öffentliche Toilette gehen kann.

Nicht so bei sunnyonbehalf. Es ist der 20., wir reden heute über:

  1. Zeit

In der Regel halte ich mich mit der allgemeinen Millennials Gesellschaftskritik sehr zurück. Zum einen ist das Thema nun wirklich schon zu genüge zerkaut und zum anderen sehe ich den Punkt einfach nicht. Ich gehe doch nicht hin und beschwere mich über etwas, wovon ich selber Teil bin. Ich weigere mich hinzunehmen, dass die Digitalisierung uns unsozial macht, Tinder das Dating verdirbt und alle nur noch vegan leben wollen. Aber in manchen Punkten kann ich nicht umhin als den Kritikern dieser Welt Recht zu geben:

In der Neon Ausgabe von diesem Monat las ich eine Gegenüberstellung zweier Autoren zum Thema Zeit und Verabredungen. Die eine stöhnt über ein Problem, was ich auch nur zu gut kenne: Alles nix konkretes.

Vielleicht sieht man sich zu einer unbestimmten Uhrzeit an einem unbestimmen Ort, wenn gegen 19 Uhr am Osten eine Sternschnuppe auftaucht, die ich von meinem Badezimmerfenster aus sehen kann, wenn ich mir gerade die Haare föhne. Das geht aber nur, wenn ich rechtzeitig in die Dusche komme, sofern Foodora mein Essen rechtzeitig ranschafft und ich noch eine saubere Gabel habe. Alles offen.

Wie oft habe ich meinen Freitagabend letztlich doch zu Hause verbracht weil man sich nicht einigen konnte, sich keinen Grund liefern konnte der gut genug ist aus dem Haus zugehen.

Vielleicht vielleicht vielleicht.

Ich bin ein Mensch, der nie Zeit hat, aber sich immer Zeit nimmt.

Diese Ausrede „Ich denke nicht, dass ich Zeit habe“, oder „Ich weiß nicht ob ich es schaffe“, ist wie die Pest in meinen Ohren.

Dieser Aberglaube, Freizeit käme aus heiterem Himmel über einen hat sich inzwischen soweit verbreitet, dass das Leben an so manchem vorbei zieht, als er sich gerade fragte, ob er es wohl zeitlich schaffe.

Wer Zeit möchte, muss sie sich nehmen. Es ist nie in Ordnung keine Zeit zu haben, für etwas was man eigentlich gerne machen würde. Und es ist genauso wenig in Ordnung, einen Termin einfach mal so nicht einzuhalten.

Die andere Seite, war wohl genau so jemand. Sie schrieb, dass sie zwar immer gerne zusagte, aber nicht wirklich damit rechnete den Termin auch einzuhalten. Denn schließlich könne man am Montag ja noch nicht wissen, wonach einem Freitagabend ist.

Kann man das einfach so als Lebensweise annehmen? Fällte das noch unter die Kategorie „So sind manche eben“ oder ist das schon ausgewachsen Unsozial?

2. Blendle

Samstags kaufe ich mir gerne die Tageszeitung. Eigentlich kaufe ich sie mir an jedem Tag gerne, aber die meiste Zeit lohnt es sich einfach nicht. Ich blättere sie dann abends kurz durch, lese zwei bis drei Artikel und lege sie dann wieder weg.

Ähnliches gilt leider auch oft für Magazine. Das schöne am Printjournalismus ist, dass er einfach besser ist als der Online. Das schlechte, dass du eben den Preis für eine ganze Publikation zahlst, von der dich nur 5 Artikel wirklich interessieren.

Leute, es gibt die Lösung. Blendle.

Blende ist eine Website oder App die die meisten großen Zeitungen und Zeitschriften in digitalisierter Form vorliegen hat. Jeden morgen bekommt ihr eine Zusammenfassung mit den besten Themen, die euch gefallen könnte per Mail, man kann dann einzelne Artikel kaufen, lesen und Archivieren. Das gelbe vom Ei, für jeden einzelnen.

Zwei Nachteile: Einmal drauf getippt heißt auch gekauft. Das fand ich am Anfang besonders irritierend, da man normalerweise ja durch ein 4 Stufen „Willst-du-das-wirklich-kaufen?“ Prozedere muss um etwas wirklich für Geld zu erstehen. Die Entwickler geben hier an, dass viele Verbraucher es als lästig ansehen, sich ständig durch diese Formulare zu klicken. Angenommen.

Außerdem kann man einen Artikel auch zurück geben, wenn er sein Geld nicht wert war.

Zum anderen ist das System nicht unbedingt geeignet für Leute, die nur die Schlagzeilen und Topaktuellsten Infos wollen. Das würde dem Aufwand und dem ursprünglichen Sinn von Journalismus auch nicht gerecht. Jeder Artikel kostet so zwischen 50 Cent und einem Euro, die Website und die App sehen super aus und in der Regel kriegt man dann auch ganze Abhandlungen vor gesetzt. Das ist auch gut und richtig, schließlich sind diese Artikel ja aus dem Printjournalismus, qualitativ allererste Sahne und dafür bestimmt bezahlt zu werden. Man brauch jedoch die Zeit und Muse um sich so intensiv mit den Themen befassen zu wollen. Wenn ihr die habt kann ich euch dieses System sehr ans Herz legen. Außerdem kriegt man am Anfang 2,50€ Spielgeld.

3. Facelift

Neues Design!

Bis Sonntag!

#sunnysundays

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