Depressionen bezwingen: miss ninja cookie

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Blogging wurde in den letzten Jahren oftmals als Trendhobby bezeichnet. Ich denke das liegt zum einen an der Faszination, die es bei jenen auslöst die schon länger auf der Suche nach einem Ort waren, wo sie sich selbst verwirklichen können. Im wesentlichen geht es dabei um das Teilen und das Kreieren. Bevor überhaupt ein Thema gefunden worden haben viele Menschen, die sich viel mit dem Netz beschäftigen diesen Wunsch erkannt: Ich möchte etwas teilen, ich möchte Content kreieren, eine Stimme im Netz haben. Eine erschreckend große Anzahl an Menschen fangen dann an diverse DM-Maskara Marken oder die neue Coachella H&M Kollektion auf einer eigenen Page zu demonstrieren, aber ebenso viele mache sich ihre eigenen Interessen zum Nutzen. Sie schreiben über das, was sie ohnehin schon beschäftigt und bewegt. Der Punkt wo das demonstrieren aufhört und das teilen anfängt.

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Miss ninja cookie bloggt über Aerial Yoga, eine Sonderform des Yogas, Sport für Körper, Seele und Geist. Das ist der Teil, in dem es ums demonstrieren geht. Aber auf ihrem Blog erzählt sie auch, wie ihr diese besondere Form des Yoga geholfen hat, trotz klinischer Depressionen in dieser Welt zu bestehen. Das ist Teilen.

Und nicht nur erzählt sie, sie vermittelt die Stimmung, die Gefühlslage und die Perspektive, die ihr dieses Hobby gibt.

Das ist vor allem wichtig, weil so manches Missverständnis über Depressionen auf diesem Planeten zu kursieren scheint. Auf der einen Seite ist da dieses riesige Tabu. Depressionen, das ist irgendwie nicht greifbar und vor allem unbegreiflich für jene, die noch nie davon betroffen waren. Zu zugeben unter so etwas zu leiden ist die selbst Diskreditierung schlecht hin. Da kann man auch direkt sagen, dass man Stimmen hört oder gleich Drogensüchtig werden. Da nennt man eine Erschöpfungsdepression dann lieber Burn-Out und alles ist in Butter. Hauptsache man wird nicht mit dem bösen Wort mit D in Verbindung gemacht. Miss ninja cookie berichtete auch von einem Fall in ihrem Bekanntenkreis, bei dem jemand online nicht mit einem Artikel über Depressionen in Verbindung gebracht werden wollte, aus Angst um den Job und die Leute am Arbeitsplatz.

Ein weiteres Missverständnis ist die grenzenlose Überdramatisierung psychischer Krankheiten. Auf Stress, Probleme oder Kummer zu reagieren und das auch zu zugeben ist kein Indiz für psychische Instabilität. Im Gegenteil, eine gesunde Psyche reagiert auf äußeren Einfluss. Eine Pause zu brauchen und sich diese auch zu nehmen, macht noch lange keine Person, die unter Depressionen leidet, viel mehr eine die dem entgegenwirken möchte.

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Unwissenheit ist da vermutlich ein gutes Stichwort. Die am weitesten verbreitete Nachfrage bei Depressionen ist vermutlich das „Warum?“, als ob der Grund hier die Symptome heiligt. Darauf folgt dann meist das Verlangen nach einer sofortigen Lösung. Überall sind große Fragezeichen und dann plötzlich mit diesem Thema konfrontiert zu werden Verunsichert viele Menschen, weil sie dann meist feststellen, dass diese ganze Psycho-Kiste ja ganz anders ist, als sie immer dachten.

Miss ninja cookie leidet unter Depressionen seit ihren jungen Teenager Jahren, damals oft mit „extrem pubertärer, launischer Mensch“ verwechselt, jedoch weitaus ernster als eine temporäre Stimmungsschwankung: Von Antriebslosigkeit bis hin zu der „typischen“ Leere, zu auch greifbareren Krankheitsbildern wie Essstörungen und Angstzuständen hat miss ninja cookie mehr als nur eine schlechte Zeit überwinden müssen.

Geraten hat man ihr vieles von „reiß dich halt mal zusammen“ bis hin zu „du solltest dir vielleicht professionelle Hilfe suchen“, geholfen hat der Sport, allerdings war sie auch interview sehr deutlich hier nur von Hilfe und nie von Heilung zu sprechen. Auch ist dieser Sport allein nicht die Quintessenz, sondern lediglich ein wesentlicher Baustein für ihre persönliche Genesung. Dem voraus ging meinem Eindruck nach vor allen großer Ehrgeiz und großes Interesse daran wieder auf die Beine zu kommen, den Leidensdruck zu mindern und wieder einen Schritt in die bessere Richtung zu machen. Sie wies mich auf eine Studie hin, in der sie sich nun auch selbst zum Versuchskaninchen gemacht hat, ich habe diese mal grob recherchiert:

Die Rutger’s Universität in New Jersey, USA veröffentlichte Anfang des Jahres in der Translational Psychiatry die Ergebnisse von folgender Kurzzeit Studie: 52 Männer und Frauen von denen 22 unter Depressionen litten sollten 8 Wochen lang ein kombiniertes Training aus Lauftraining und Meditation absolvieren. Zu Beginn wurde die Konzentrationsfähigkeit aller Probanden gemessen, wobei depressive Teilnehmer wesentlich schlechter abschnitten. Nach Abschluss der 8 Wochen gaben jene, die Depressionen litten an, dass sich ihre Symptome über 40% gebessert hätten, die Konzentrationsfähig war fast gleichauf mit gesunden Patienten. Bevor ich zu sehr abschweife: Die positive Wirkung von Sport war auch schon vor diesem Test bewiesen, wichtig ist jedoch, dass sich miss ninja cookie auch mit diesen eher spezifischen Zweigen der „Therapie“ befasst und diese auch ausprobiert.

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Warum ausgerechnet Aerial Yoga?

Für miss ninja cookie hängt das ziemlich genau mit der Hoffnung zusammen. In diesem Sport hat sie einen Gegenpol gefunden, der den Gefühlen, die die Depression in ihr hervorrufen gezielt entgegenwirkt.

Wenn ich im Aerial Yoga kopfüber hänge und so wild schaukle wie ein kleines Kind, immer höher, immer freier, so dass ich den Luftzug an ganzen Körper spüre, dann sind das unglaubliche Glücksmomente.“

Eben jene Momente, von denen Depressionen einen Menschen glauben lässt, dass er sie nie wieder erleben kann.  Natürlich gehen damit auch wieder schlechtere Phasen einher. Permanent dem Glücksgefühl auf den Fersen zu sein kann nicht immer Erfolg bringen. Entscheidend ist hier aber vor allem die Erkenntnis, dass man trotz allem überhaupt noch die Fähigkeit hat jene Gefühle zu entwickeln und vor allem auch wahrzunehmen.

Ein Gegenpol ist allerdings noch lange kein Heilmittel oder Therapie. Es soll nicht der Eindruck erweckt werden, als seien Depression mit ein bisschen Sport oder Meditation wieder hinzubiegen. Eine Schul- und/oder Naturheil Medizinische Therapie ist trotzdem der sinnvollste und wichtigste Weg einer Depression zu begegnen, „nicht als Feind, sondern als Lehrer“.

Danke miss ninja cookie für dieses sehr schöne, ehrliche Interview und deine so offene, inspirierende Art über deine Depressionen und dein Hobby zu sprechen.

Hier findet ihr miss ninja cookie’s Blog.

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5 Kommentare zu „Depressionen bezwingen: miss ninja cookie

  1. Huhu.
    Oh den Blog von Miss Ninja kenne ich. Der ist mir schon oft über de Weg gelaufen und den einen oder anderen Kommentar habe ich dort gelassen. Ich finde ihre Art vom Bloggen sehr interessant und die Bilder einfach der Hammer. Kann den Blog auch nur empfehlen.

    Das Interview gefällt mir und gibt einen sehr schönen Einblick.

    lg

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    1. Miss ninja cookie leistet echt super gute Arbeit auf ihrem Blog! Ob einem das Thema jetzt gefällt oder nicht, sie ist als Bloggerin einfach wirklich eine Bereicherung und ich freue mich sehr, dass sie ja anscheinend schon einen gewissen Bekanntheitsgrad hat. Umso mehr freue ich mich, wenn ich etwas über sie schreiben konnte, dass ihre Arbeit ganz gut darstellt 🙂
      Danke für das liebe Kompliment,
      S

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