Wer im Treibhaus sitzt

 

Liebe Leserschaft,

heute geht es um eine Sache, die mir besonders in den letzten zwei Jahren sehr wichtig geworden ist. Und die gute Nachricht ist, zum ersten Mal seit locker 6 Wochen wird es nicht um Trump gehen.

Es geht um Zukunftsmusik. Darum, wie wir als Menschen in einigen Jahrzehnten dastehen könnten. Ich hasse Gesellschaftskritik. Ich finde, sich über die Generation zu beschweren, in der man aufwächst ist mit das unsinnigste, womit man seine Zeit vergeuden kann. A, bringt es nichts und B, ist es auch völlig ungerechtfertigt. Wir als Menschen, stehen heute gar nicht schlecht da. Wir sind weit entwickelt und gehen Probleme an, Technologien überholen unsere eigenen Fähigkeiten und sind trotzdem noch unter unserer eigenen Kontrolle. Wir sind sozial aufeinander eingespielt und verglichen zu der vorrangegangenen Weltgeschichte leben sehr viele Menschen einen freien Willen aus und sind damit glücklich. Keine verkehrten Voraussetzungen um hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken.

Die Realität heute sieht aber so aus, dass es entweder die Politik sein könnte, oder die Umwelt, die der Menschheit letztlich wieder an den Kragen geht. Beides ist unsere eigene Schuld, willentlich und wissentlich herbeigeführt. Ich sehe das aber so: Politische Spannungen, Krieg und Konflikte sind eigentlich kaum vermeidbar. Es gibt Mittel und Systeme diese in den Griff zu bekommen, sie abzuwenden, oder nicht ausarten zu lassen, aber irgendwo sind wir dann ja doch unserer eigenen Natur ergeben. Wenn nichts mehr geht, knallt es halt. Es ist mit Sicherheit keine Schande, dass es der Menschheit nicht immer leichtfällt, sich nicht gegenseitig auszuradieren, besonders nicht, wenn man auf den Weg blickt, den wir hinter uns haben. Für einige Zehntausendjahre stand das Abschlachten immerhin auf der dauernden Tagesordnung, heute leben wir zumindest in Europa seit über 70 Jahren in Frieden, so lange wie noch nie zuvor. Was die Politik angeht läuft die Maschinerie zwar nicht wie geölt, aber hinter uns liegt eine Leistung auf die man zurückblicken kann ohne sich in Grund und Boden zu schämen. Dass wir unsere Weltordnung wieder umstürzen, weil es zu einem neuen Krieg kommt, das ist zwar nicht unmöglich aber immerhin unwahrscheinlich genug, um sagen zu können: Demokratie funktioniert.

Währenddessen jedoch, kam ein neues Problem zum Vorschein, dass nichts mit Naturell oder unglücklichen Umständen zu tun hat: Die Tatsache, dass wir unseren Planeten, unser Zuhause so zu Grunde richten, dass er unbewohnbar werden könnte, ist einzig und allein auf Arroganz und Dummheit zurückzuführen. Auf Geldgier und Ignoranz, aus dem Irrglauben, dieser Planet gehört uns und uns allein.

In Wahrheit glaube ich, wohnen wir hier aber nur zur Miete. Wir sind hier gar nichts außer den Nutznießern, die nicht nur die Miete prellen, sondern sich obendrein auch noch danebenbenehmen. Über Millionen von Jahren, haben wir uns diesem Planeten angepasst, dem einzigen, der uns ein Zuhause bieten kann. Dann wurde der Spieß umgedreht. Am liebsten müsse sich der Planet jetzt uns anpassen. Unserer Lebensart, unserer Verschmutzung, die Kehrseiten unserer Ideen einfach ausbügeln, einfach hinnehmen, dass wir uns nicht mehr an die Regeln halten. Die Mieter unter euch wissen aber sicher, dass mit Vermietern meist nicht gut Kirschen essen ist. Wer hier wem seinen Willen aufzwingt ist allen klar, nur der Menschheit nicht.

Ich hatte vor einigen Jahren mal einen Lehrer, der sagte er glaube nicht wirklich an die Erderwärmung. Das Klima hat sich seit Bestehen der Erde immer und immer wieder verändert, dass sei eben der Lauf der Dinge. Untergegangen sei sie deswegen nicht, einen Knacks hat sie deswegen auch nicht weg. Auch gibt es ja Stimmen, die behaupten die Chinesen haben das mit dem Klimawandel erfunden um Amerika wirtschaftsunfähig zu machen, aber wir wollten ja nicht mehr über Trump reden.

Wichtig an dieser Stelle ist jedoch zu erwähnen, dass auch wenn eine Klimaveränderung per se nicht das Einläuten der Apokalypse bedeuten muss, dieses Mal wurde sie von Menschen herbeigeführt. Auch verändert sich das Klima nicht nur, der Planet hat ernsthaften Schaden genommen. Die Pole schmelzen, Tiere sterben aus, die Meere sind verdreckt und in manchen Asiatischen Städten ist das pure Atmen schon ein Todesbeschleuniger.

Wir sind schuld

Als ich vor 2 Wochen in Washington war, gab es im Smithsonian Museum for Natural History eine Sonderausstellung zu eben genau diesem Thema. Besonders zu der Verschmutzung der Meere. Riesige Müllinseln schwimmen auf unseren Weltmeeren, bestehend aus Plastik und anderen Stoffen, mit denen die Natur nichts anfangen kann. Sie sind Produkt aus einer Idee, die einzig und allein darauf basiert das Leben für uns so angenehm wie möglich zu gestalten und natürlich auf der Geldgier. Plastik ist die Pest des 21. Jahrhundert, nur eben, dass sie nicht mit den betroffenen stirbt, sondern noch viele weitere Leben auf der Erde liegen bleibt, ohne zersetzt zu werden, ohne einem Zweck zu dienen.

Ein zerstörtes Ökosystem, damit wir unsere Einkäufe nicht in Stoffbeuteln nach Hause tragen müssen. Asiaten, die nur mit Mundschutz auf die Straße gehen können, weil jede Art von Gasmüll sofort in die Luft geblasen werden muss. Die Wasser breitet sich aus – Amsterdam, New York, Venedig – alles Städte die in nicht allzu ferne Zukunft untergegangen sein könnten.

Der Weckruf war da und er hat Wirkung gezeigt. Nach Fukushima beschleunigte Deutschland den Atomausstieg und wird das erste atomfreie westliche Land der Welt sein. Plastiktüten sind hier zu Lande verboten, in Frankreich dürfen Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegschmeißen, Norwegen spricht als erstes Land der Welt ein zukünftiges Verbot für Autos mit Verbrennungsmotoren aus.

Die Regierungen übernehmen Verantwortung, der Schaden wird begrenzt. Das von Treibhausgasen verursachte Ozonlocht schließt sich, könnte bis 2050 wieder gänzlich geheilt sein, eine erste Erfolgsmeldung im Kampf gegen die Umweltzerstörung.

Wir bessern uns

Ob Regierungs-initiierte Maßnahmen allein zum Abwenden der Klimakatastrophe führen, halte ich für Zweifelhaft. Eines jedoch hat sie, zumindest in Europa erreicht: Wir wissen was schlechte Angewohnheiten sind. Pfandflaschen in den Müll schmeißen, Kaugummis auf den Boden spucken, den Motor laufen lassen – das macht fasst niemand mehr. Besonders in meiner Generation ist eine große Sensibilität gegenüber guten Umwelt-Gewohnheiten gewachsen, die unsere Verhaltensweisen definieren.

Es sind die notorischen Alles-Ausdrucker, die die den Motor laufen lassen, damit die Klimaanlage weiterläuft, die Stand-By-Fetischisten, die Leute, die oftmals wesentlich älter sind als ich, die es für mich und meine Millennials ruiniert haben und noch weiter ruinieren. Sonst sind wir glaub ich auf einem guten Weg. Zumindest in Europa.


Und wie immer – Links, Links, Links

 

NEON gibt euch eine Übersicht zum Atomausstieg

Norwegen verbietet Verbrennungsmotoren

Das Ozonloch schließ sich

Ein 19-Jähriger will mit seiner Erfindung die Ozeane retten


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Nächste Woche gehts weiter mit #sunnysundays

#sunnyonpolitics, der neue Polit-Blog launcht Ende des Monats.


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Ein Kommentar zu „Wer im Treibhaus sitzt

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