Special: Alles Gute, Monki #sunnyonfeminism

Im Jahre 2008 wurde in meiner Heimatstadt Essen der erste Teil des neuen Einkaufszentrum, dem Limbecker Platz eröffnet. Da war ich fast 13.

An das Karstadt Gebäude was dort vorher gestanden hatte, kann ich mich kaum noch erinnern. Was diese Begebenheit so besonders macht ist aber nicht die Freude um einen neuen Konsumpalast, sondern was mit dem Limbecker Platz in Essen einzog. Ein Laden, eine Marke, Mode, die mich und mein Leben nachhaltig verändert und geprägt hat. Monki.

Das klingt erstmal wahnsinnig albern. Eine neue Kette, ich glaube sogar H&M Tochter, eröffnet ein Geschäft und das Leben der 12 Jährigen Sarah schlägt einen neuen Weg ein. Ganz so war es auch nicht, aber fast. Damals war ich ein frühreifes Göhr, dass bereits erkannt hatte, dass sie ihr ganzes Leben eben nur so 80-90% in den Rest der Welt passte. Das hätte viele depressiv gemacht, für mich hat es vor allem aber auch Türen geöffnet. Ich habe zu dieser Zeit angefangen zu schreiben und mein eigenes Ding zu machen, eine Form des Glücks entdeckt die nur für mich gültig war und die nur ich verstand – wahrscheinlich bis zum heutigen Tage. Die Mädels in meiner Klasse haben da angefangen auf Klassenfahrten heimlich Bier zu trinken, „beieinander zu übernachten“ und während dessen werweißwas zu machen. Ich hatte darauf kein Bock. Ich habe den Sinn nicht gesehen, ich habe den Vorteil nicht gesehen. Ich wurde dann eben ausgegrenzt, ich war viel alleine, aber habe dafür eben ordentlich am Qualitätsanspruch in meinem Leben geschraubt. Rückblickend kommt mir mein Selbstbild aus jenen Zeiten besser und glücklicher vor, als in den darauffolgenden 10 Jahren. Und zu dieser Zeit hat Monki eröffnet.

Ihr müsst bedenken, das war vor den Hipstern, vor den Alternativen, vorm Veganismus, vorm Feminismus. Monki blew my fucking mind. Diese Art sich mit Mode auszudrücken stellte etwas komplett Neues da. Diese Klamotten waren anders als alle anderen, die man zu der Zeit so kaufen konnte. Online shoppte man noch nicht wirklich, man kaufte was die Geschäfte einem boten. Eine Einheitsarmee, die auf die Gnade von H&M und C&A angewiesen war um sich auch für nur einen Tag in der Woche abzuheben.

Aber Monki fragte nicht nach Regeln. Monki gab mir und so vielen anderen Frauen die Option Klamotten zu tragen, die losgelöst waren, von dem was die Gesellschaft für modisch hielt. Ich definierte Stil für mich neu. Lasse mir bis heute nicht sagen, was ich zu Konfirmationen, ins Büro, zu Vorstellungsgesprächen, oder in die Disco anzuziehen habe und letztlich verdanke ich das Monki.

Ich lasse mir nicht sagen, ob ich die Haare lang oder kurz, oder Platin oder Silber zu tragen habe. Ich lasse mir nicht sagen, ob das Schreiben nun ein gescheites Hobbys ist oder nicht, wie viel ich träumen kann und ob es nun hinderlich oder löblich ist, sich als Feministin zu bezeichnen. Und auch dahingehend hat Monki sein übriges getan. Für eine 12 Jähre, war dieser coole neue Shop, den niemand so richtig verstand, teil einer Identität.

Heute ist Monki Teil einer Bewegung. Die Marke hat sich weiterentwickelt. Mit damals nur 3 Geschäften in Europa, ist Monki heute ein global Player, der bekannt und geschätzt ist und trotzdem seinen besonderen Charm nicht verloren hat.

Mit #monkifesto wurde eine Feminismuskampagne gelauncht, die mir – ohne voreingenommen zu sein, extrem gut gefällt. Hier geht es weniger um Probleme, als viel mehr um die schönen Dinge, des Frausein. Es geht darum sich auszudrücken und für sich ein zustehen. „Seid, wie ihr seid.“ Dramaqueens, weiblich, männlich, alternativ, besonders, gewöhnlich. Es ist vielleicht das subtile Einlullen, dass es mit sich bringt selbst bewusste Frauen über Masturbation, Perioden oder Dramaqueens reden zu sehen, dass daran erinnert: Menschen sind schön. Die Welt ist gut. Und mit Monki, jeden Tag ein bisschen besser.

 

Danke Monki, für 10 Jahre Inspiration, für Mode und Statements, für eure Energie und Positivismus, für die Liebe zum Besonderen, dafür, dass ihr die Welt zu einem bunteren Ort macht. Dafür dass ihr mein Leben ein bisschen besser gemacht habt und für eine großartige Kampagne, die so herzerwärmend, wie motivierend ist.

sign

 

#monkifesto

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2 Kommentare zu „Special: Alles Gute, Monki #sunnyonfeminism

  1. Huhu…

    Also Monki sagt mir jetzt nix…
    Aber sehr schön Geschrieben 😉
    H&M mag ich aber Persönlich auch nicht. Hab da leider keine gute Erfahrung gemacht.

    Alles liebe

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