Die 4 besten Souvenirs aus Island

Komisches Terrain hier. Die Mutter aller Bloggingartikel: Der Reisebericht. Ich bin mir ob dieser Textgattung nicht ganz sicher, werde aber mein bestes Geben, die hungriges Mäuler zu stopfen und gleichzeitig die gute sunny-Würze nicht vergessen.

Beim Reisen, geht es nicht um die Dinge, die Du siehst und fühlst, wenn du dort bist. Sondern um die Dinge, die Du mit in die Zukunft nimmst.

Was habe ich aus Island mitgenommen? Hier ist mein Island-Ideen Haul:

 

  1. Menschen und Möglichkeiten

Ich habe mit meinem Bruder oft versucht die Population dieses Landes für mich in eine bessere Dimension zu bringen. Wie viel sind eigentlich 300.000 Menschen?

Soviel wie in Wuppertal wohnen.

Ihr müsst wissen, ich bin überzeugter Stadtmensch. Wuppertal ist mir schon locker 3 Hausnummer zu klein. Mein Bruder ist da nicht ganz so philanthropisch drauf. Weniger ist mehr, lautet da seine Devise.

Island ist ein Dorf. Jeder hat hier eine Aufgabe, jeder muss hier seinen Teil beitragen um das Land am Laufen zu halten. Schwer vorzustellen, was es dann bedeutet in einem Land eine Berufung zu finden, dass alles importiert, eine einzige Großstadt und nur eine Universität hat und von mehreren hundert km Wasser vom nächsten Festland getrennt wird.

Am Airport quatschte ich kurz mit dem Verkäufer am Zeitungsstand, der erzählte er sei mit drei Jungs aus der Fußball Nationalmannschaft zur Schule gegangen und der beste Freund, des Schützen des ersten Tors gegen England.  Mit Blick auf die Statistik nicht weiter überraschend, aber im ernst – mich hat das schon umgehauen.

In solchen Momenten wächst mir Europa ein bisschen näher ans Herz und ich bin so dankbar für die Fülle an Menschen, Persönlichkeiten und Möglichkeiten die mir dieser wundersame Kontinent beschert. Bei Licht betrachtet, steht hier jede Tür offen. In Island tut sie das vielleicht auch, aber die Voraussetzungen sind viel schwerer die Rechtfertigung viel wichtiger, sein Land einfach zu verlassen und sein Glück anderswo zu suchen.

Diese Idee mag nicht für jeden funktionieren, aber für mich persönlich gilt und wird gelten: Mehr ist Mehr. Island ist klein. Aber die Welt ist groß. Und ich bin lieber in Europa geboren, als in Island.

 

  1. Island gehört nicht den Menschen. Sondern der Natur.

  2. Ein Land und seine Schätze

Ein Land ist, was es ist. Es hat, was es hat. Island lehrt uns, nicht zu ändern, was nicht zu ändern ist. Sondern unsere Länder so zu nehmen, wie wir sie gefunden haben, sie zu nutzen, ohne sie auszubeuten. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass auch Island diese Lektion auf die harte Tour gelernt hat:

Island hat keine Bäume mehr und der Mensch ist schuld. Island hat keine Landwirtschaft, keine Lebensmittel, die es selber anbauen kann. Jedes Stück Fleisch, jedes bisschen Käse, Brot, Eier, Früchte, Rohstoffe, Metalle, jedes Auto, jedes Haus, jeder Meter Asphalt gehören gar nicht hierher. Sie wurden importiert und dem Land aufgezwungen. Behutsam und langsam, aber meinem Empfinden nach, stürzt das dieses Land in eine Identitätskrise, die für mich nur schwer zu greifen ist. Das Land, so schön es auch sein mag – man darf nicht vergessen, dass es sich noch von dem Schaden Menschen von vor Hunderten Jahren erholt und manchmal scheint es mir, als würde es sich nur widerwillig bevölkern lassen. In Deutschland gehören die Menschen zum Land dazu, in Island nicht. Island ist dieser buckliger Riese, der die Bürde der Bevölkerung zwar erträgt, aber eigentlich lieber allein gelassen werden will.

 

  1. Der Weg ist wirklich das Ziel

Wenn ich zumindest ein Reise-Tipp How-To-Island Statement machen muss, dann wäre das: Nehmt euch einen Leihwagen und fahrt los. Die Ausflugsziele die man dort machen, sind mega – keine Frage. Aber sich darauf zu fixieren, wird euch ganz unweigerlich enttäuschen. 3 Stunden zu fahren um einen Wasserfall zu sehen, das ist es in jedem Fall wert, aber ich persönlich habe mich an den Wasserfällen immer schneller sattgesehen, als ich es mir gewünscht hätte. Was mich aber wirklich ununterbrochen beeindruckt hat, waren die Straßen, das Fahren, der Weg, sich durch dieses Land zu bewegen. Das ist schon ein bisschen eigentümlich, da wir die Straßen immer mehr für notwendiges Übel halten, als für das berauschende Urlaubserlebnis. Auch darf man in Island maximal 90 Fahren. Gemach, Gemach km für km über einspurige Landstraßen zu fahren, sich die Gegend anschauen, einfach mal durchatmen. Keine Hast, keine Eile, kein Stress. Eigentlich ist das gar nichts für mich, aber aus irgendeinem Grund habe ich dieses eigentlich beängstigend schleppende Tempo erst verflucht, als ich wieder zu Hause war, vor Ort hatte ich nicht wahrgenommen, was ich jetzt als echtes Manko ansehe: Island ist langsam. Sehr langsam.

Sie kennen die Hast der Großstädter nicht. Sie kennen das Problem mit der Zeit nicht. Den Wunsch noch schneller, noch effizienter an sein Ziel zu kommen, den Ehrgeiz die anderen zu überholen. Für Island, die Isländer ist der Weg das Ziel und das ist super. Das ist großartig, das ist sehr inspirierend. Aber auch ein Beweis dafür, dass dieses Land den Menschen seinen Geist aufgezwungen hat. Wenn man die Schönheit hier mit bloßem Auge sehen kann, lohnt es sich natürlich den Weg mehr zu genießen, als sich zu sehr auf das Ziel zu freuen.


Mehr Wanderlust gibts übrigens auf Instagram. Wie gefällt Euch dieser „etwas andere“ Travel-Blogging Artikel? Zu abstrakt?

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3 Kommentare zu „Die 4 besten Souvenirs aus Island

  1. Oh, ich muss mich auch noch an meinen Island Reisebericht wagen. Deiner liest sich schon mal sehr interessant 🙂

    Bei Punkt 3 muss ich dir aber ein kleines Bisschen widersprechen… ein paar wenige Dinge baut und produziert Island schon selber an. Auch Landwirtschaft lässt sich dort finden – was mich noch mehr begeistert hat: die Kühe die dort leben kann man überhaupt nicht mit „unseren“ Turbokühen vergleichen. Man merkt dem Land auch einfach an, dass es die Natur und die naturgegebenen Lebewesen respektiert und schätzt. Da könnte sich der Rest von Europa gerne eine Scheibe abschneiden.

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