Phantastische Tierwesen und der große Denkzettel

Bevor hier irgendwas passiert – SPOILER ALERT! Wenn ihr den neuen Harry Potter noch nicht gesehen habt, es aber vorhabt, speichert euch diesen Artikel einfach in eure Reading List und kommt dann wieder. Falls ihr ihn schon gesehen habt, oder ihn gar nicht sehen möchtet – hier entlang bitte:

Mittwoch war kein Tag wie jeder andere. Die Potterheads unter euch verstehen sicher, das eigentümliche Gefühl in der Magengrube, wenn man dem Tag aufwacht, an dem man den neuen, nie produziert geglaubten Harry Potter Film im Kino sehen wird. Es gibt viele, die hier nicht mit mir übereinstimmen, aber Freunde – ich für meinen Teil wurde hier nicht enttäuscht. Ich fand den Film als Solchen großartig und mehr noch, er hat einige Aspekte aufgezeigt, auf diese wunderbar verpackte, magische Harry Potter Art und Weise, auf die ich hier nochmals etwas Licht werfen möchte. Zum einen weil es sich gehört zu neuen Film etwas mehr Tribut zu zollen, als einfach eine Review hier her zu klatschen und zum anderen, weil ich nicht denke, dass diese Thematiken im aktuellen Kontext Zufall sein können.

  1. Der Mensch und das Tier

Newt Scamander ist einfach eine gute Seele. In seinem Koffer (ich glaube da ist, JK Rowling uns noch eine Erklärung schuldig), hat der junge Wissenschaftler eine Art riesen Terrarium erschaffen, in der er die Geschöpfe, pflegt und leben lässt, die er draußen vor den Menschen gerettet hat. Wer hier vor dem „Jäger und Sammler“ Charakter die Nase rümpft, darf nicht vergessen, dass das irgendwie sehr nah an der Natur der Menschen ist. Während Kinder noch den Willen haben, jede Ameise vor dem zertreten zu retten, bekommt der Mensch mit dem Alter eine immer größere Gleichgültigkeit gegenüber den anderen Tieren, mit denen wir uns den Planeten teilen. Bei Phantastische Tierwesen ist Furcht der Grund, diese Geschöpfe zu verfolgen und zu töten, in der echten Welt ist es Arroganz.

Nichts desto trotz kann dieser Film als Denkzettel dafür dienen, dass wir uns nicht als Alleinherrscher auf der Welt wahrnehmen können. Ob Newt nun ein Spinner ist, oder nicht, eines hat er verstanden: Man als Mensch sein Leben leben, ohne dass die Tiere darunter leiden müssen. Das ist dann weniger durch den absoluten Gutwill-Mutter-Theresa Charakter begründet, sondern viel mehr die einzig logische Konsequenz, wenn man sieht, was es heißt, die Natur wieder ins Gleichgewischt bringen zu wollen.

  1. Der Mensch und sein Wesen

Ein weiterer Aspekt in diesem Film, der mich wirklich zum Nachdenken gebracht hat, ist der Obscurus. Wenn ein Zauberer seine Kräfte unterdrückt, entsteht in ihm eine dunkle Macht, die früher oder später ausbrechen und morden wird – der Obscurus. Ein Obscurus, der einmal ausgebrochen ist sieht aus wie eine dunkle, schwarze Wolke, ein Tornado oder ähnliches, der in sich pulsiert und mit Blitzen um sich schießt. Das ist natürlich eine extreme plakative Verdeutlichung von dem, was ein Mensch in sich trägt, der seine wahre Identität verstecken muss, aber die Wahrheit die darin steckt ist ziemlich eindeutig: Unterschätzt nicht was es heißt, euch zu verleugnen. Und unterschätzt nicht was es heißt, anderen zu vermitteln, dass sie nicht in Ordnung sind, wie sie sind. Kindergartenlektion non-plus-ultra, aber immer eine Erinnerung wert. Das was dort unterdrückt wird, es wird ausbrechen. Und es wird einen Schaden anrichten, der irreparabel ist.

Dieser Film, so lustig und fantasievoll er auch sein mag, birgt einige Wahrheiten, die nicht zu unterschätzen sind. Wir bei JK Rowling üblich, soll er nicht nur unterhalten, sondern uns auch ein Päckchen mitgeben, dass wir mit nach Hause nehmen können. Er verteilt damit einen Denkzettel an seine Zuschauer, er erinnert da Dinge, die wir eigentlich schon lange wissen und von denen wir vielleicht sogar glauben, sie einzuhalten.

Umsicht lautet hier das große Stichwort. Umsicht mit den Mitmenschen, ihren Ansichten und ihrer Lebensweise. Umsicht mit der Umwelt, der Natur und den Lebewesen, die unsere Welt bevölkern – nicht nur aus bloßem Mitgefühlt, sondern auch aus einfacher Notwendigkeit, die Konsequenzen niemals tragen zu müssen.


Model/Titelbild: Findus

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