Über Casey, dem Social-Net und einem Neuanfang

 

Ich tue mich seit kurzem sehr schwer, Themen zu finden, über die ich Schreiben möchte. Obwohl- eigentlich tue ich mich nur sehr schwer damit, Themen zu finden, über die ich einen kompletten Artikel schreiben möchte. Ziemlich lange habe ich daher mit dem Gedanken gespielt, den „Blog-Mas“ sind Leben zu rufen, um mich dazu zu bringen, wieder mehr an Schreiben zu kommen. Stattdessen, werde ich die Kategorie „Weekly“ etwas aufpolieren. Statt Seitenlangen Gerede über ein Thema, fasse ich vielleicht lieber zusammen, was los war, was mich beschäftigt und warum.

Immerhin, gehe ich jetzt jeden Tag 13 Minuten eher ins Bett.

Denn eine Tätigkeit auf meiner täglichen ToDo Liste wurde für alle Ewigkeiten gestrichen: Casey’s Vlog. Casey Neistat, Youtuber und Filmemacher, riesen Inspirationsquelle und ein echter Game Changer hat nach knapp 2 Jahren verkündet, dass er seinen täglichen Vlog nicht mehr machen will. Mehr noch, er hat seine Firma Beme an CNN verkauft und widmet sich nun neuen Projekten. Eines vorweg: Ich verstehe Casey’s Begründung, diesen Schritt nun zu machen zu 100%. Es ist nicht einfach sich neuen Dingen zu widmen, wenn man noch in einem alten Projekt festhängt, besonders, wenn dieses so Zeitintensiv ist, wie der tägliche Vlog. Casey nicht mehr jeden Tag zu sehen, nicht mehr Zeuge seines Lebens zu sein, nicht mehr mit in den Tag zu nehmen, was er so glaubwürdig an sein Publikum transportiert ist trotzdem ein seltsamer Schritt. Und ich merke wirklich einen Unterschied, seit dem es diesen Vlog nicht mehr in meinem Leben gibt. Das mag traurig klingen, bringt mich aber zu einem neuen Gedanken:

Es soll darum gehen, wie die digitale Anteilnahme unser sozial Leben ruiniert.

Es ist kein seltenes Phänomen, dass sich die Menschen im 21. Jahrhundert sich zumal dazu entscheiden, sich eine komplette virtuelle Welt aufzubauen. Vor einigen Wochen sah ich bei Humans of New York ein Kurz Portrait eines Mannes, der sich darüber beschwerte, dass seine Frau dem Familienleben den Rücken kehrte um sich ein neues Leben bei Second Life aufzubauen. Dieser Zwischenschritt zwischen menschlicher Interaktion durch die digitale Welt kann mit Sicherheit Brücken bauen. Er bringt und mit Menschen zusammen, mit denen wir sonst niemals Kontakt gehabt hätten. Er bringt Menschen zusammen, die eigentlich nicht gemeinsam haben und doch auf die ein oder andere Art ihr Leben teilen. Und er inspiriert dort, wo niemand damit gerechnet hätte. Allerdings entsteht aus dem Zwischenschritt wohl auch schnell die Zwischenwelt, die Schaden anrichtet. Sie verschluckt oftmals Verbindlichkeit und gaukelt Beziehungen vor, die meistens Einseitig sind.

Wir alle haben doch dieses einen Facebook Freund, mit dem wir mal zu Grundschule gegangen sind und von dem wir irgendwie ständig irgendwas im Netz hören. Seltsamerweise fühlt man sich diesem Menschen im ersten Impuls vielleicht näher, als der im nächsten Bundesland lebenden Tante, die man nur zu Weihnachten sieht. Und das obwohl man dort immer Essen und Geschenke bekommt, während der alte Grundschulkollege dich wahrscheinlich nicht einmal beim Bäcker grüßt.

Social Media hat den bösen Ruf unsere Meinungen, Nachrichten und Ansichten von der Welt zu manipulieren. Dem widerspreche ich gerne, da ich nicht finde, dass Facebook dafür verantwortlich gemacht werden sollte, wenn wir uns nicht umfassend genug informieren. Unsere sozialen Bindungen werden dort aber auf eine viel subtilere Weise gelenkt, aber auch da müssen wir als Menschen dagegenhalten. Casey erinnert auf eine sehr prägnante Weise daran: Denn plötzlich fragt man sich, was der gerade macht, wo der gerade ist, obwohl man ihn gar nicht kennt. Genauso, wie man seine Freunde nicht vernachlässigen darf, obwohl man viel gespannter ist, wie es bei der TV Soap weitergeht. Niemand fühlt sich dessen schuldig, auf den ersten Blick. Aber eigentlich ist das sehr, sehr real.

Unterdessen habe ich für Digital/Anker weiter fleißig Apps getestet. Diese Artikel gehen in den kommenden Wochen auf deren Blog Online und auch da fiel mir auf, wie erfrischend es sein kann einem Blog Format zu folgen, was ein bisschen weniger Spielraum hat, als sunnyonbehalf. Währen dich hier immer um klare Positionierung kämpfe und mir selber oft nicht sicher bin, worum es hier eigentlich geht, gefiel es mir umso mehr bei Digital/Anker eine klare Vorgabe zu haben: Teste die App, schreibe uns einen Artikel.  Im ersten Schwung geht es um Gesundheitsapps, schaut doch mal rein.

Der neue Aufbau der Website ist übrigens immer noch in der Findungsphase, nur damit sich niemand über das Chaos wundert.

Folgt mir doch bei Instagram oder Facebook, für ein paar Updates.

Bis nächste Woche, S

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2 Kommentare zu „Über Casey, dem Social-Net und einem Neuanfang

  1. Guten Tag,
    Da du ja mit dem Wek Casey Neistats vertraut bist, hier mal kurz ein meiner Meinung nach sehr interessantes Video zu ihm bzw seinem V-Log-Style.

    Und wenn ich schon dabei bin, teile ich auch den Artikel hier grade noch,
    es lief mir eiskalt den Rücken runter ( Bevor du dich wunderst: Geht um die Macht des Internets und Daten)
    https://www.dasmagazin.ch/2016/12/03/ich-habe-nur-gezeigt-dass-es-die-bombe-gibt/

    Liebe Grüße,
    Aaron Wey
    Könnte sein, dass ich jetzt 2-mal kommentiert habe, ist Sicherheits-Addons sind schon toll 🙂

    Gefällt mir

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