Der Blick zurück: Angst und Schrecken: Das Schlechte in 2016

Gestern Abend stand ich so auf dem Weihnachtsmarkt und nippte an meinem Glühwein, da sah ich einfach mal so auf mein Handy, um mich kurz vom dem anstrengenden Pink Monday um mich herum abzulenken (ich habe meinen Nachbarn dort getroffen). In so einer Situation zu lesen, dass nur ein paar hundert Kilometer entfernt in eben dem selben Szenario ein LKW durch das friedliche Zusammensein gerast ist, das macht wahrlich keinen Spaß. Als ich dann zu Hause war, saß ich noch mit Jacke vor dem Fernseher und sah die Bilder von rennenden Menschen, Rettungswagen und die Aufrufe der Polizei: Bleibt zu Hause, damit wir unsere Arbeit machen können, verbreitet keine Falschmeldungen. Ziemlich geübt scheinen diese Anweisungen. Denn genauso oft wie ich in diesem Jahr fassungslos vor meinem Fernseher kniete, so oft hat die Polizei auch schon das Katastrophen Szenario (Terror-) Anschlag abarbeiten müssen. Hier und bei unseren Nachbarn in Frankreich und Belgien. Der Terror war in meinem Leben, wie auf diesem Blog, wie auch überall in Europa ein riesen Thema. So beginnt ein kurzer Abriss über das schlechte in diesem Jahr. Das gehört leider dazu und leider auch ist die Liste wesentlich länger, als die des Guten.

Auf der Wikipedia Seite des Jahres 2016 gibt es eine ganze Rubrik einzig und allein für die Terroranschläge dieses Jahres. Sie beginnt mit dem 12.Januar 2016 und endet hoffentlich am gestrigen Montag. Ankara, Istanbul, Aleppo, Ansbach, Nizza, Berlin. Aber auch andere Gewalttaten, wie der Amoklauf von München oder die Ausschreitungen schwarzer Amerikaner gegen Polizeibeamte finden hier ihren Listenplatz.

Allgemein ist der Hass ein riesen Thema. Rechte beleidigen Politiker auf dem Fest zur deutschen Einheit, die Fußball EM steht unter enormen Sicherheitsvorkehrungen. Überall wo man steht und geht steht eine Frage im Raum, die wir uns vor einem Jahr noch nicht gestellt haben: Sind wir sicher? Gleichzeitig kursieren in den Zeitungen Bilder von einem toten Flüchtlingskind am Strand und einem zutiefst traumatisierten Jungen aus Aleppo, die die Frage nach der europäischen Sicherheit irgendwie wieder reltiviert.

Anfeindungen im Netz werden ein riesen Thema. Facebook schafft es damit sogar bis vor die Staatsanwaltschaft, steht gleichzeit in der Kritik für soziale Sweatshops, in denen der ganze menschliche Mül aus dem Netz ferngehalten werden soll. Eine unlösbare Aufgabe, denn der Grad zwischen Verbreitung von Hetze und dem Unterdrücken der Meinungsfreiheit ist schmal, gerade dieser Tage.

Und nicht nur die Einigkeit der Bevölkerung bröckelt, auch die Einigkeit der politischen Richtung. Während wir uns gut 30 Jahre an demokratisch-liberalen Regierungen erfreut haben rutscht der Trend wieder nach rechts. Wahlen in Deutschland, Frankreich und den USA sehen die Populisten wieder als Sieger, die bisherigen Regierungen haben ihre Wähler müde gemacht und sehen sich nun mit einer Unzufriedenheit konfrontiert, auf die niemand recht eine Antwort finden kann. Die Wähler hingegen, Antworten sehr deutlich: Lieber Trump als noch 4 Jahre Demokraten, lieber Brexit als dass wir uns den kleinen Zeh an der Flüchtlingskriese stoßen. Renzi, Cameron, Clinton. Sie alle müssen Platz für neues machen, obwohl sie eigentlich garnicht so unbeliebt oder unfähig schienen. Sie sind einfach einer Zeit zum Opfer gefallen, die sich ein bisschen Chaos wünscht.

Erdbeben in Taiwan und Mittelitalien, erinnern uns oben drein noch wer der wirkliche Boss ist: Die Natur. Ein Klimeabkommen ist zwar unterzeichnet, aber was es nützen wird? Mit Trump, als Anführer der größten Umweltsünder wird das ein verdammt schweres Unterfangen und gleichzeitig wird es auch mit jedem neuen Jahr noch wichtiger, denn immerhin ist dieses Jahr noch das Great Barrier für tot erklärt worden.

Auch muss man als schlecht vermelden, den letzten Vlog von Casey. Also der Vlog war gut, aber die Tatsache, dass es der letzte war – das ist verständlich, aber traurig. Und die letzte Sendung von Domian. Das ist auch verständlich, aber ein riesen Verlust für Deutschland und seine Medienwelt. Domian war der permanente Denkzettel für ein Prinzip was beinahe verloren gehen könnte: Wir müssen einfach wieder miteinander reden.

 

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2 Kommentare zu „Der Blick zurück: Angst und Schrecken: Das Schlechte in 2016

  1. Wenn man das so liest, fragt man sich wirklich wie man dieses Jahr einfach unbeschadet überstanden hat und ist umso dankbarer für all die vielen kleinen und großen Dinge, die im eigenen Leben gut gelaufen sind.

    Stay fabulous!
    Auri

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    1. Danke liebe Auri für deinen Kommentar! Wo du recht hast…
      Dankbarkeit ist definitv eine riesen Lehre aus 2016, für alle vermutlich. Da hofft man aber fast, dass 2017 weniger Gründe zum Dankbarksein liefert…

      DITO!

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