Das dicke Ende

Ich fand diesen Rückblick gar nicht verkehrt. Es war eine Art besinnliches Auseinandersetzen mit dem Vergangenem, perfekt für die Weihnachtszeit geeignet. Und weil das die Weihnachtszeit vorbei ist, ist auch diese Besinnlichkeit nun vorbei. Habe ich alle Themen abgeharkt, die ich wollte? Nein. Hindert mich das neue Jahr auch zukünftig an jedem beliebigen Tag einen Blick zurück zu werfen? Nein.

Aber bevor ich mich in die Silvester Ferien verabschiede, gibt es noch einen Punkt auf meiner Agenda, den ich abarbeiten muss: Das dicke Ende, das grande Finale, das Jahr für mich persönlich. Und wie für euch und die Welt, war das sicher kein einfaches Jahr, aber ein großes Jahr, ein wichtiges Jahr.

Es ist das Jahr, in dem ich diesen Blog begonnen habe. Mein Baby, sunnyonbehalf hat das Licht der Welt erblickt und mein Vorsatz, jede Woche einen Artikel zu schreiben, habe ich eisern durchgezogen. Zum ersten Mal in meinem Leben, habe ich meine große Leidenschaft offen gelegt und damit ein paar Türen geöffnet. Über Zahlen und Leser kann man streiten, aber wir sind zum Ende dieses Jahres fast 2000, die diese Seiten hier kennen und lesen, was ich zu sagen habe. Das ist ein ein kleiner Erfolg, gemessen an der Wucht des Internets, aber für mich ein riesen Zugeständnis, was mir am Ende des Tages auch den Spaß hieran immer wieder bringt. So schön jede Pause auch ist, so schön ist es auch nach Hause zu meinem Laptop zu kommen und diese Zeilen zutippen, einfach weil ich es möchte.

2016 war ein „dazwischen“ Jahr. Nach Jahren in dem ich ins Ausland geflogen bin, oder wieder kam, Abi gemacht habe, oder die Ausbildung angefangen habe, war dies ein Jahr an dem ich dort geblieben bin, wo ich war und einfach meiner Wege gegangen bin. Ich finde des extrem schwer und freue umso mehr auf die Veränderung im kommenden Jahr. Vor einigen Monaten habe ich einen Artikel zum Thema Zeit geschrieben. Es ist einer meiner liebsten Texte hier und ich möchte dort ein bisschen einknüpfen und einen Daumen, auf das legen, was dieses Jahr ausgemacht hat. Denn es war nicht das Ausbleiben des Wandels, nicht die Politik, nicht der Terror und nicht dieser Blog als solche. In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal Zeit zurück gewonnen.

In diesem Jahr erinnere ich mich an lange Autofahrten zu Freunden und Verwandten, daran wie ich im Wohnzimmer vor meiner Couch auf dem Boden sitze und am Telefon Probleme wälze. Ich denke an die Bank unten am Hafen, auf der ich nach dem Joggen gerne lag und einfach nur die Bäume angeguckt habt, weil es so warm und schön draußen war. Ich denke daran wie ich Stunde um Stunde meine Gedanken in ein Textdokument tippe und mir den Kopf darüber zerbreche, was ich als nächstes tun, als nächstes erschaffen kann. Ich erinnere ich daran, im Volksgarten um den See zu laufen und die Enten anzusehen. Ich liege dann wieder im Bett und drehe mich zum hundertsten Mal um, nach einer durchfeierten Nacht um nicht wahrhaben zu wollen, dass ich wirklich aufstehen muss. Ich liege dann wach im Bett, nach einer erschöpfenden Schicht beim Kellnern und kann einfach nicht einschlafen, weil ich nicht aufhören kann, daran zu denken, was der neue Tag so bringen mag.

Es ist schon komisch, wenn man ein ganzes Jahr lang erschöpft und abgehetzt war und sich dann eingestehen muss, dass es wie eine kleine Auszeit war. Am Ende habe ich Zeit gewonnen, die ich brauchte um einfach mal zu atmen. Um einfach mal zu lernen, wie man chillt. Gutes Jahr.

Und was man gewonnen hat. Soll man ja auch wieder zurückgeben.

Bis Sonntag.

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