#3 Und der Winter noch dazu

Wie wir den Winter überstehen könn(t)en

Guten Abend aus Düsseldorf.

Nachdem die Stadt sich nach dem Schock über Schnee und Urlaubsende wieder gefasst hat, gehen die Dinge wieder ihren gewohnten Lauf. Das Nach-den-Sommerferien-alle-wiedersehen-Feeling ist wie immer erstaunlich schnell verflogen und nach zwei fühlen sich wieder alle, als hätten sie nie Urlaub gehabt. Denn jetzt merkt man erstmal, wie sehr man eigentlich einen Schlafrythmus ruiniert hat und was man im Urlaub eigentlich alles schaffen wollte, aber wo man hinsieht wartet halt nur Arbeit. Da fragt man sich, ob sich Urlaub und Weihnachten eigentlich noch lohnt und ob man je dazu lernen will.

Ich habe das mal recherchiert. Durch verschiedene Arbeitsklassen und Altersstufen hinweg hörte ich da ein einstimmiges Nein. Das lässt zwar wenig Mut zur Hoffnung, aber es ist ja nicht Sinn dieses Blog die Tatsachen einfach so fressen. Wenn wir also mal so tun, als würden wir erholt und mit frischem Kopf wieder in den Alltag zurückkehren, wenn wir so tun, als ob man Stress wirklich mal hinter sich lässt und neuen Platz in seinem Kopf schafft, als gäbe es keine Altlasten und einen bequemen kleinen Schalter, der sich nach Belieben umlegen lässt… Ja, wenn wir so tun, dann fällt mir folgendes auf: Es ist Januar. Der schlimmste Monat im ganzen Jahr. Der Trouble vor den Feiertagen, das Geschenkekaufen und Glühweintrinken lenkt uns immer tapfer von dem ab, was nun keiner mehr ignorieren kann: Vor uns liegt noch verdammt viel Winter. Und ja, irgendwie ist das schon ein Problem.

Nicht zuletzt gibt es so manches Tier, was dieses Problem zu lösen vermag: Viele Säugetiere halten Winterschlaf, Vögel fliegen in den Süden, Drogendealer in die Karibik. Nur der Mensch meint hier oben ausharren zu müssen, was eigentlich niemand Ertragen sollte: Kälte und Dunkelheit. Während des immerdunklen Winters in skandinavischen Ländern steigt die Selbstmordrate angeblich in astronomische Höhen und niemand kann anzweifeln, dass die Menschheit in kalten Gegenden personell eher ausgedünnt ist. Zufall? Ich glaube nicht. Aber wie war das noch mit den Tatsachen auf diesem Blog?

Ich habe das mal recherchiert und einen interessanten aber wenig hilfreichen Artikel zu diesem gefunden. Er soll und vorgaukeln, dass wir uns nicht beklagen sollten und stattdessen von den Skandinaviern lernen, wie man den Winter überleben kann.

Hier wird die Geschichte von Peter Döring angeschnitten, der einer „Art Wildlager für Naturliebhaber“ eröffnet hat und dort Urlaubern mitten im finnischen Wald, ohne Strom und fließend Wasser Obdacht gewährt. Das muss ja einfach nur traumhaft sein. Besagt Urlauber werden hier mit Menschen der Sorte „Räuber Hotzenplotz“ beschrieben, die nach ihrem sommerlichen Beutezug überwintern wollen. Da entdecke ich schon den ersten Fehler in meiner Strategie: Weder im Sommer noch im Winter, kann ich in meinem Leben Parallelen zu Räuber Hotzenplotz entdecken. Aber ja, wenn man bis September Kaffeemühlen stielt und Zauberer verarscht (richtiges Buch?) dann ist Finnland sicher ein super Ort zum Überwintern.

Weiter wird hier viel von Saunen und Kerzenschein berichtet, was auch sicher super sein mag, wenn man mal entspannen möchte. Aber wie das mit der Entspannung und dem Urlaub immer so ist, hatte ich ja schon angeschnitten. Läuft nicht so.

Aber es gibt auch sinnvolle Tips: Die Finnen gehen dann viel aus und kümmern sich um ihre Städte und Freundeskreise. Sie leben dann ihre Traditionen, wie Lichterfeste und zelebrieren, dass was ihnen die Natur bietet: Winter wie Sommer.

Ich muss daraus dann schon folgern, dass wir Deutschen das Problem sind. Weil wir immer lieber nach Hause wollen und Harry Potter schauen und uns nach dem Sommer sehen, in dem man wieder jeden Tag ausgehen möchte und jeden Tag genießt. Wir sind schuld. Oder der Winter.


Besagten Artikel findet ihr hier

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