#10 Food choices

 

Warum ich das Essen so sehr liebe, über Veganismus, Regeln und endlich über CleanEating

Ich schaue zurzeit (nochmal) Orange Is The New Black, von vorne bis hinten. Und da gibt es diese eine Folge, in der Piper Hafturlaub bekommt und für 24 Stunden rauskommt. Was wäre für mich das schlimmste daran in den Knast zu müssen und was wäre das erste, was ich tun würde, wenn ich wieder raus könnte? Essen.

Piper snackt dort vom Buffet auf der Familienfeier einfach nur knackigen Salat und holt sich danach einen Burger und Pommes bei der billigen Fast-Food-Kette nebenan. Was würde ich essen, wenn ich ewig nichts Anständiges bekommen habe? Linguine Bolognese. Und das würde ich auch essen, wenn es mein letztes Mahl auf Erden wäre. Bescheiden, ich weiß. Aber Comfort Food heißt ja nicht umsonst Comfort Food. (An dieser Stelle bin ich mega neugierig: Was würdet ihr Essen, wenn ihr ein Jahr lang im Knast gesessen habt? Und was, wenn ihr euch eine Henkersmahlzeit aussuchen dürft?)

Wir alle haben diese eine Mahlzeit, die unser Leben einfach besser macht – aus verschiedenen Gründen. Wegen Kindheitserinnerungen, Urlauben, dem Heimatgefühl oder einfach den Geschmack, den wir damit verbinden. Bei Mama schmeckt es am besten, weil sie uns ernährt hat, als wir es selbst noch nicht konnten und weil sie genauso kocht, wie es unser Empfinden von Heimat und Herkunft vorschreibt. Essengehen ist so schön, weil man damit etwas zeremoniell begeht, was man so schon gerne tut. Jeder schaut gerne Kochshows, weil wir dort lernen können, wie man das Gute noch besser macht und wie man so einfach wie möglich, so viel Variation wie möglich auf den Tisch bringt. Sicher habt ihr bestimmt auch schon von den unzähligen Tasty und Tastemade Seiten auf Facebook gehört.

Ja, man könnte sagen Essen und Kochen liegt sehr im Trend. Und wo ein Trend ist, da ist auch eine Diskussion. Denn machen wir uns nichts vor, die Essenkultur des Westens liegt in einer schweren Krise.

Zum einen haben wir natürlich unsere eigene Party sabotiert. Gerne Fleisch zu essen ist ja eine Sache, aber zu meinen man könnte das jeden Tag tun, wieder eine andere. Und Gemüse zu verweigern, mag zwar von 12 bis Mittag angenehm sein, aber die Gesundheit wird es einem vermutlich nicht danken. Mit der universellen Verfügbarkeit von allen erdenklichen Lebensmitteln in jeder Menge und jeder Preisklasse, hat der Mensch verlernt, wie er sich eigentlich zu ernähren hat.

In der Netflix Dokumentation Food Choices geht ein Journalist auf die Suche nach der richtigen Ernährung. Unvoreingenommen und Meinungslos spricht er mit Spezialisten, Wissenschaftlern und Selbsterprobten meist mit dem Ergebnis: Fleischessen bringt uns um den Planeten und Milch ist wirklich auch nur für Babykühe gesund. Sich plant-based zu ernähren entspricht dem Rüstzeug des Urzeitmenschen, der wir auch heute noch sind und ist die einzige Art und Weise langfristig den Planeten zu retten.

Ich habe dann viel darüber nachgedacht was plant-based letztlich bedeutet und ich glaube es ist wie mit allem im Leben: Wir brauchen das gesunde Mittelmaß. Ich weiß, dass mir hier viele widersprechen werden, aber ich denke durchaus, dass eine vegane Ernährung das Beste ist was du dir und deinem Planeten antun kannst. Und trotzdem (und auch hier werden mir viele widersprechen) spricht nichts dagegen ab und zu trotzdem Fisch oder Fleisch, oder Milch oder Eier zu essen – denn Basis bedeutet Basis und nicht ausschließliche Ernährung.

Mich hat diese Nachdenkerei dann umso neugieriger gemacht, was wirklich machbar ist und was nicht. Wie ich mich wie fühle und was sich richtig anfühlt und was nicht. Sich vegan zu ernähren ist an manchen Tagen super, aber genauso wie ich gerne mit den Rauchern vor die Tür gehe, bin ich auch beim Essen ein Mitläufer. Ich möchte dann nicht mit der Kellnerin über Salatdressing feilschen und am Ende Pommes mit Oliven-Öl essen. Ich möchte auch nicht bei der Restaurantwahl immer bestimmen müssen, weil ich meine Sonderwünsche brauche. Ich möchte mich nach einem langen Tag auch mal über meine Bolognese freuen, ohne im schlechten Gewissen zu versinken.

Aber ich möchte nicht mehr meine Wohnung nach Süßigkeiten absuchen und abends um 10 noch zum Rewe gehen um eine Tüte Chips zu kaufen. Wo wir beim letzten Thema wären: Die BuzzFeed Clean Eating Challenge. Die findet ihr übrigens hier.

Mega kurzes BuzzFeed Clean Eating Challenge Q+A

Was ist das?

Ein Ernährungsplan über ein oder zwei Wochen. Du isst drei Mahlzeiten und 2 Snacks. Kein Gluten, keine einfachen Kohlehydrate, keine Milchprodukte, kein rotes Fleisch, kein Zucker und kein Alkohol oder Koffein.

Warum?

Um mal einen guten Cut zu machen, nach den Feiertagen. Um mir den Zucker und den Heißhunger etwas abzugewöhnen und um mal etwas bewusster und strukturierter zu kochen.

Und wie lange?

Nur diese Woche.

Ohne schwach zu werden?

Natürlich nicht. Ein bisschen cheaten erlaube ich mir.

Und wie läuft das sonst so?

Mäßig. Ich bin halt ziemlich viel ziemlich hungrig und höre nur langsam auf darüber zu fantasieren, was ich alle esse, wenn diese Woche vorbei ist. Aber ich höre damit auf.

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6 Kommentare zu „#10 Food choices

  1. Du vertrittst eine echt super Meinung! Ich finde auch: die gesunde und ausgewogene Mischung machts! Aber Hauptsache ist für mich trotzdem, dass man isst, was einem schmeckt und im besten Fall etwas, dass nicht mit Chemie vollgepumpt ist! Liebe Grüße und viel Glück bei deiner Clean-Eating Challenge! Würde mich da auch sehr über ein Update freuen. 🙂

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  2. Ich kann dir nur beipflichten, dass die plant-based Ernährung die gesündeste Form der Ernährung ist. Ich denke aber auch, dass man ein gesundes Mittelmaß finden muss. Wenn man sich mal ein Steak gönnt, weil man einfach Heißhunger darauf hat, wird die Welt auch nicht untergehen.
    Jedoch denke ich, dass man auch beim Essen gehen sich bemühen kann eine Vegane Alternative zu finden. Das „Feilschen um’s Salatdressing“, wie du es gennant hast, halte ich für unproblematisch und sogar begrüßenswert. Wenn ich offene auf die Kellnerin zu gehe und mit ihr Optionen suche, ist das vielleicht für andere auch mal ein Denkanstoß. So sollte man sich nicht vor der eventuellen „Konfrontation“ drücken, sondern einen offenen und freundlichen Weg finden. (Natürlich gehe ich nicht in ein Steakhouse mit der Erwartung, dass ich dort eine Auswahl an veganen Gerichten hab 😉 )

    Keep it up 🙂
    Lg, Anna-Lisa

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  3. Ich glaube, ich würde einen vegetarischen Döner essen- einfach um mal wieder das Gefühl zu haben, so richtig erschlagen vom essen zu sein ^^ Bei mir ist es so, dass ich vom Kopf her gar kein Fleisch oder Fisch mehr essen kann, da ich mich wirklich davor ekel mit der zeit … Und über den Veganismus habe ich auch schon oft drüber nachgedacht, der gedanke kommt irgendwann als Vegetarier 😂 Und ich muss sagen, dass ich diese ganz oder gar nicht Einstellung, die du auch ansprichst, echt schade finde. Wenn ich für mich Koche, dann lebe ich größtenteils vegan aber wenn ich mal abends weggehe, möchte ich nicht immer eine Extrawurst bringen und bin vegetarisch, was auch völlig okay für mich ist. Sehr interessanter Post und wunderbar zu lesen.
    Gruß Serena 🙂

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    1. Hi Serena,

      lieben Dank für deinen Kommentar! Ja, das habe ich auch schon von viele gehört, dass man sich nach einer Zeit sogar vor Fleisch oder Fisch ekelt. Freut mich, dass du mir in Punkto Ganz-oder-Garnicht zustimmst. Und danke für das liebe Kompliment! Bis bald, S

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