#12 Jetzt aber wirklich: Zum Sport

Mahlzeit!

Mein Tag heute bestand aus einem ziemlich kurzen Ausflug in die Berufsschule, Netflix und Sport. Das Themenrepertoire an dem ich mich heute bedienen kann, sieht also eher mager aus. Zum einen glaube ich, dass es noch etliche Tage geben wird, an denen ich sehr dankbar sein könnte, das Thema Berufsschule noch nicht ausgeschöpft zu haben, zum anderen wäre das auch eine ziemlich kurze Angelegenheit. Netflix habe ich tatsächlich schon länger auf meiner Liste stehen, aber morgen kommt endlich „Lemoney Snicket“ raus, daher könnt ihr nächste Woche eine ausführliche Rezension erwarten. Bleibt also noch Sport, was ich ja eh schon lange schreiben wollte, wegen Faulheit und Ideenreichtum dann aber sein gelassen hatte, aber today is the day und ohne weiteres Vorgeplänkel:

Lehnt euch im Bett zurück und lauscht einer kleinen Geschichte aus meinem Leben:

Sport und ich, das war immer irgendwie ein Problem. Ich war halt immer irgendwie blond und hatte einen Spleen für pink und Disney, daher hatten Sportlehrer zumal Probleme mich als Athletin ernst zu nehmen. Wie jedes andere Mädchen aus der besseren Mittelschicht hatte zwar auch ich eine recht intensive Ballett-Phase, aber das Thema Sport war in meiner Kindheit eher sekundär. Wenn ihr mal in euren Gedächtnissen aus der 4. Klasse kramt fällt euch vielleicht auch wieder, dass man sich mit dieser Einstellung einen ziemlichen großen Vorsprung auf der Abschussliste von Lehrern, besorgten Eltern und Mitschülern sichert. Ich war damit irgendwie sonderbar und anders als die anderen und sportlicher hat mich das auch sicher nicht gemacht.

In der 5. Klasse holte ich mir dann meine erste Teilnehmerurkunde der Bundesjugendspiele ab, die dann auch meine letzte blieb, denn bis heute kann ich garantieren, dass man mich nie wieder auf einem Sportfest gesehen hat. Ich habe einfach akzeptiert was mir meine Sportlehrer schon immer sagten: Ich bin eben unsportlich. Leider entbindet dich diese Tatsache nicht davon auch am Sportunterricht teilnehmen zu müssen und ich habe diese Doppelstunde in wirklich schlimmer Erinnerung. Denn der „dabei ist alles“ und „Hauptsache man gibt sich Mühe“-Geist existiert leider nur auf den Papieren des NRW-Lehrplans und sonst nirgendwo auf diesem Planeten. Meinen Lehrern war es herzlich egal, wo nun meine körperlichen Grenzen lagen und was meine Auffassung von Mühegeben war, wenn ich den Ball halt am wenigsten weit warf, hieß das einfach: Setzen. Sechs! Obendrein kam noch die Tatsache, dass ich eben auch in der Mittel- und Oberstufe nach wie vor blond und irgendwie weiblich war, was für meinen Lehrer ein Bild komplettierte, an das es nicht zu rütteln galt.

Ich habe zwar in den USA ein bisschen Fußball gespielt und habe auch langsam angefangen etwas joggen zu gehen, aber die Erfolgserlebnisse die ich dort hatte, gerieten mit der Oberstufe dann auch wieder in tiefe Vergessenheit.

Ich habe mir immer eingeredet, dass ich den Sport hasste und mit jeder Doppelstunde hasste ich ihn auch in Wirklichkeit – und das jede Woche ein bisschen mehr.

So traurig dieser kleine Das-deutsche-Schulsystem-ist-so-unfair-Rant auch klingen mag, so kann ich in dieser Sache ein Happy End melden: Denn auch ich habe eines schönen Tages mein Abitur bestanden und konnte dieser Institution dann für immer den Rücken kehren. Bis zu Berufsschule jeden Falls, aber das ist ja jetzt nicht Thema.

Naja, jeden Falls war es eine Mischung aus depressiver Untätigkeit und Casey Neistat, die mich motivierten zu vergessen, was ich zu wissen glaubte und einfach einen neuen Start zu wagen. Ich entschied mich dazu, das zu tun, was sich für mich natürlich und normal anfühlte, worauf ich Lust hatte und mir sowohl geistig als auch körperlich etwas brachte: Ich fing an zu laufen. Und das hat schon ein bisschen mein Leben verändert.

Hier sind die Top 5 Gründe einer Sporthasserin, warum Sport super ist:

  1. Seitdem ich Sport mache, bin ich weniger krank. Vielleicht Einbildung, vielleicht logisch, aber meine Gesundheit hat definitiv eine Kehrtwende gemacht, seitdem ich den Müll in mir regelmäßig ausschwitzen kann.
  2. Manche Herausforderungen muss man einfach annehmen und schaffen. Denn wer sich mit einem Sport beschäftigt kommt langfristig nicht um ein Erfolgsergebnis herum – in welcher Form auch immer – und wird sich auch auf den Rest eures Lebens ausbreiten
  3. Die Energie kommt daher, wo die Energie herkommt. Desto mehr du machst, desto mehr kannst du auch machen – ganz einfach. Wenn du Sport machst und mehr Energie im Alltag brauchst, dann wirst du auch mehr Energie haben.
  4. Man nimmt weniger schnell zu.
  5. Es macht mehr Spaß im Winter über den Sommer zu fantasieren, wenn es tatsächlich auch Phasen gibt, in denen man nicht friert. (Sondern schwitzt, wie im Sommer eben).
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