#18 bye obama

Politikwoch: Er geht.

Vor 8 Jahren, da war ich 13, da brachte die Bravo eine Ausgabe heraus, in neben Miley Cyrus und den Killerpilzen auch ein Poster von Barack Obama zu finden war. Es war dieses künstlerische rot /blau Motiv, was ihn zusammen mit seinem Wahlspruch, „Yes we can“ schon lange vor seiner Präsidentschaft weltberühmt gemacht hat. Mein Bruder hat sich dieses Poster damals an seine Tür gehangen und es hing dort, bis zum Jahr 2015, wo wir unser Haus endlich verkauften.

Ich kann euch sagen, Barack hat eine Menge mitgemacht. Er hing dort mit seinem Credo während sich unsere Welt Jahr für Jahr auf den Kopf stellte. Obama war für uns Amerika. Unser geliebtes Land, unsere zweite Heimat mit einem Oberhaupt, den mein Bruder genauso verehrte wie manch andere die Bands und Rapper, die man sonst so in der Bravo finden sollte. Obama hat jede Stunde, die er an seine Zimmertür hing verdient.

Der ersten Afro-Amerikaner

Dieser große, dünne exotische Mensch, der wie aus dem nichts aus der US-Politischen Szene aufpoppte und einen Durchmarsch bis uns Oval Office hinlegte. Wir haben ihn immer geliebt. Er war ein kämpferischer Kandidat, mit einer guten Kampagne und einem grundsoliden Auftreten. Ich war zwar noch zu jung um damals eine wirkliche Stimmung wahrzunehmen, aber meine Erinnerung und meine Recherchen ergeben, dass es nur wenige gab, die damals an ihm zweifelten. Er versetzt das Land in eine Euphorie ob der Hoffnung, einen Afroamerikaner im Weißen Haus regieren zu sehen. Eine Euphorie, auf die vielleicht auch Hillary gehofft hatte. Hillary aber, hatte nicht den Charm und nicht die Leichtigkeit, mit der Obama seine Wähler besticht. Er kann mit den Medien umgehen, als hätte er sich im Leben auf nichts andere vorbereitet, er ist so menschlich, wie ein US-Präsident so sein kann und wirkt dabei so unbeschwert und sensibel, wie man sich die Freunde in seinem Leben wünschen würde. Noch zwei Mal wird er wach im weißen Haus, dann ist Obama Time vorbei. Wie war diese Zeit eigentlich?

8 Jahre Barack Obama

Als Barack Obama schon im ersten Jahr seiner Präsidentschaft den Friedensnobelpreis entgegen nahm haben die meisten mit Unverständnis reagiert. Ob das Komitee tatsächlich in die Zukunft gesehen hat, oder auch im ersten Jahr seiner Präsidentschaft Dinge sah, dir wir nicht sahen – es bleibt immer ein Rätsel, aber immer und immer werden seine Kritiker sagen, dass man Obama Würden für Arbeit anerkennt, die er gar nicht erledigt hat.

Und ja, es ist berechtigt zu sagen, dass Obama seine Wahlversprechen nicht einlöste. Dass er zögerlich und vorsichtig war, dass er oft schnell aufgab und die Dinge einfach akzeptierte, wo andere noch eine extra Meile gegangen wären. Ich habe am Samstag in der Rheinischen Post einen Artikel über ihn gelesen, der erklärt warum Obama ist, wie er ist: Laut diesem Artikel, der die National Geographic zitiert, liegt es an seiner Herkunft: Wer in Honululu mit einem Fuß im Meer, den anderen im Sand vergraben aufwächst, dem fällt es freilich schwer, die Dinge schweren Dinge nicht an Akter zu legen um sich stattdessen positiveren Geschichten zu zuwenden. Es heißt, diese lockere Art, diese Menschlichkeit, mit der vor dem Parlament weint, mit der er kleinen Kindern begegnen, mit der er seine Reden für das Correspondance Dinner hält, die Art kann man sich nur an einem Ort, wie Hawaii aneignen.

Guantanamo ist noch immer geschlossen, der Afghanistan Krieg findet nur schleppend ein Ende, die Krankenversicherung war leider am Ende nur ein lauer Wind über den USA; der weder ein Umdenken noch mehr Versicherte in den Staaten auf lange Sicht zurücklassen wird, die Verschärfung der Waffengesetze wird ein Traum bleiben. Ja, Barack Obama lässt genauso viele Wünsche zurück, wie er vorgefunden hat – zwar nicht die gleichen, aber genauso viele – und übergibt die Aufgabe diese zu erfüllen an einen Menschen, der bereits angekündigt, hatte diese mit Füßen zur treten.

Immer wieder der Amerikanische Traum

Obama aber übergibt mehr, als ein Land mit offenen Wünschen. Als ich mein Auslandsjahr in 2011 dort verbrachte, wurde für mich ein Traum war. Ich lernte dieses Land mit Augen kennen, die ich vorher fest verschlossen hatte und nicht zuletzt entdeckte ich ein Land, welches großartig, vielseitig und fortschrittlich war, aber auch ein Land, in welche, ich nie Leben wollen würde. Ich muss aber auch sagen, dass sich besonders mit Obama zweiter Amtszeit vieles verändert hat. Ja, der American Dream hatte eindeutig ein Comeback.

Wenn ich an einen Präsidenten denke, der so menschlich und eindringlich auf sein Parlament einredet, wegen des Todes seiner Bürger aufgrund der losen Waffengesetze, wenn ich an einen Präsidenten denke, der die Stufen der Air Force One herunter tanzt, der so charismatisch spricht und so viele Menschen erreicht. Wenn ich an das Naturschutzgebiet vor der Küste Hawaii, denke 2 Mal so groß, wie Frankreich, an schwule und lesbische Paare, die heute heiraten dürfen, wenn ich an 20 Millionen Amerikaner denke, die dank Obama heute Krankenversichert sind und das einnehmende Lachen dieses inspirierenden Menschen – ja, dann fühlt es sich so an, als sei der American Dream wahr geworden.

Und die Sache mit Träumen ist die: Wenn sie einmal in Erfüllung gehen, dann kann niemand sie wieder beseitigen.

Danke Obama, für meine Bild von den USA, für 8 Jahre Unermüdlichkeit, für das Beispiel, was sich so mancher Politiker nehmen kann und nimmt.

Netflix „Barry“ erzählt die Geschichte der jungen Jahre Obama’s

BuzzFeed’s video mit Barack Obama zur Krankenversicherung

Now This‘ 100 days left 

Correspondance Dinner Speech 2016

National Geographic: Wo Obama’s große Liebe für den Ozean herkommt.

Den Artikel „no drama Obama“ findet ihr in der Rheinischen Post vom Samstag, den 14. Januar.

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