#32 Wahlkampf 2.0 Ins Kanzleramt ge-memed

Schulz & Merkel, so wie Trump & Clinton?

Hallo und herzlich Willkommen zum Politikwoch. Sie lesen Ausgabe 4 im Jahr 2017.

Wahlkampf.

Ich habe es bereits erwähnt, aber ich finde mit diesem Datum kann man nicht oft genug um sich schlagen: Am 24.09.2017 wird gewählt. Und zwar ein neuer Bundeskanzler, eine neue Regierung. Das Jahr 2017 beginnt also mit der alles Entscheidende K-Frage und ich frage mich, woran liegt es, dass dieses Thema so super präsent ist? Es ist die erste Bundestagswahl, in der ich selber wählen darf, aber auch bei der letzten war ich nun auch keine 10 mehr und habe das Geschehen aufmerksam und interessiert verfolgt. Klar, die Straßen und Städte waren mit Wahlplakaten zugekleistert und im öffentlich-Rechtlichen liefen die Interviews rauf und runter, trotzdem musste ich gerade noch googeln, wer eigentlich der Kandidat für die SPD gewesen ist. (Es war übrigens Peer Steinbrück). Woran liegt das?

Ist es die Tatsache, dass mein Fokus damals ein anderer war, oder hat sich seit 2013 etwas verändert?

Ich glaube es ist eine Mischung aus Beidem. Denn heute, 2017 ist vieles anders. Sowohl bei mir, als auch in der Politik.

Diese Wahl und dieser Wahlkampf kommen direkt nach dem Ende des riesen Spektakels in den USA letztes Jahr. Jeder, ob interessiert oder nicht, ob politisch oder nicht hat an der Demokratie teilgenommen und, was besonders wichtig ist, er sieht und hört wie viel eine Wahl tatsächlich anrichten und verändern kann. All diejenigen, die immer gesagt haben, ob nun schwarz oder rot regiert, ob nun GroKo oder Ampel, so richtig viel ändert sich ja eh nie – die USA haben sie eines Besseren belehrt. Wahlkampf bekam dadurch diese leidenschaftliche, kämpferische Anmutung, die Bestätigung, dass die Bürger dieses Jahr mehr brauchen, als ein paar Spruchbänder an der Autobahnauffahrt um sich zu entscheiden. In gewisser Weise würde ich schon fast sagen, dass es eine Art Messlatte gibt, seit dem Trump und Clinton entschlossen zu haben mit ihrer Fas auch den Rest der Welt zu erschüttern. Alle sind gespannt auf die Dinge, die da kommen mögen in Deutschland, alle freuen sich auf eine kleine Show, auf ein kleines Spektakel, was mich zu der Frage führt:

Wollen wir das?

Wollen wir Fernsehduelle, zwei versteinerte Lager, zwei Dimensionen in Deutschland? Ist die Frage bald nicht mehr Schwarz oder Rot, sondern Merkel oder Schulz? Wollen wir einen Kampf mit schmutzigen Mitteln und Intrigen? Nein, natürlich wollen wir das nicht. Das ist in Deutschland zum einen Aufgabe von RTL und zum anderen im Mehrparteiensystem auch nur schwer möglich. Nur irgendwie wird man ja den Eindruck nicht los, als habe Martin Schulz letzte Woche eine Art Show-Bühne betreten und viele wolle nun sehen, wie er die andere Partei schlagen will. Das ist natürlich Blödsinn, denn die meisten Wähler wissen und Martin Schulz weiß das auch, am Ende werden SPD und CDU zusammenarbeiten. Diese Tatsache, so sicher wie das Amen im Gebetbuch hat dem deutschen Wahlkampf meiner Meinung nach, viele Jahr die gewisse Würze genommen. Es sind also nicht die Anfeindungen zwischen den Kandidaten, die die Stimmung so aufgeheizt hat, nein, es ist mal wieder das Internet.

Das Internet? Das Internet?

Entscheidend anders in diesem Jahr ist nämlich, die Tatsache, dass wir nicht mehr auf den Fernseher blicken um zu sehen, wie die Lage steht, sondern auf unsere Handys. Auf Facebook, auf Twitter auf Reddit. Und der entscheidende Unterschied zwischen unseren Handys und dem Fernsehen ist, dass die Menschen im Internet nicht nur passiv zuzusehen, sondern aktiv zu reagieren. Und Freunde, das hat mittlerweile Ausmaße angenommen!

Auf Reddit zum Beispiel hat sich eine ganze Kategorie nur mit Martin Schulz Memes etabliert. Es geht um Martin als den Retter der Deutschen, den Anführer, den Messias, um Martin Schulz als unseren Jesus. Und was nützt das? Ich erkläre es mal aus Sicht der Werbekauffrau:

Super schnelles Schulz-Memes Q&A:

Ob das so gut ist, immerhin wird der ganze Wahlkampf damit ja auch ein bisschen ins Lächerliche gezogen?

Ein bisschen ja, ein bisschen nein. Klar kann sich die Union dann weiter an ihrer Blitzsauberen Professionalität die Wangen tupfen, aber Wähler sind Wähler. Viele werden lieber mit einer guten Priese Spaß und Pop-Kultur an die Politikheran geführt, statt mit langweiligen Plakaten. Hinzukommt, dass diese Art der Werbung auch nicht von der SPD produziert wird, sondern von „Fans“.

Ob die Leute nur wegen eines Memes dann auch die SPD wählen?

Natürlich. Viralität kann sogar Joghurt verkaufen. Eine politische Partei erst Recht.

Ja klar, die Sache mit der Demographie. Die Alte entscheiden die Kiste am Ende, immerhin sind sie ja auch zahlenmäßig mehr. Aber für die Alten gibt es ja immer noch die Spielplatzfeste, der „normale“ Wahlkampf wird ja nicht weniger, oder schlechter, wegen der Memes im Netz.

 

Hier noch meine lieben Martin Schulz Meme Seiten:

Sozialdemokratische Memes aus Europa

Gottkanzler Schulz

Facebook Page der ZDF Heute Show

Besagte Reddit Page

Martin Schulz äußert sich zu seinen Internet Memes

Spiegel Compilation der Schulz Memes

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s