#38 Die beste Zeit im Leben

„Später wirst du dir noch wünschen, du würdest noch zur Schule gehen!“.

An all die, die sich diesen Satz noch von ihren Eltern und Großeltern anhören müssen, für mich hat sich diese Aussage als einer der größten Lügen im Leben rausgestellt. Und meine Schulzeit war nur durchschnittlich scheiße, in manchen Phasen sogar ganz in Ordnung würde ich sagen. Zu behaupten, diese Zeit sei die beste in deinem Leben, gibt aber einen recht traurigen Ausblick auf die gut 60-70 folgenden Jahre und ist schlicht weg auch gelogen.

Google gibt uns nicht nur die Antworten zu unseren Fragen, sondern zeigt uns auch, was die Menschen auf dem Herzen haben. Ich habe das beliebte Spiel mal zum Thema Schule durchgespielt und das Ergebnis war wenig überraschend.

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Wenn die Schule doch die beste Zeit im Leben ist, warum macht sie uns nicht glücklicher, besser, befreiter?

Nach 2 Schulsystem in 2 Ländern (ich lasse die Berufsschule in diesen Erzählungen außen vor, immerhin ist das eine ganze andere Geschichte), kann ich glaub ich ganz gut auseinandernehmen, was an der Schule so schwer ist, wer Schuld hat und was getan werden müsste. Ich habe so viel Stoff zu dem Thema, dass ich mich heute nur auf die sozialen Aspekte beschränken werde:

  1. Deine Mitschüler sind überall scheiße.

Ob in Deutschland oder in den USA; Mobbing, Ausgrenzung und allgemeine Scheißigkeit ist überall ein Thema. Es ist genauso überall Thema, wie es auch in jeder Lebenslage ein Thema ist. Die Menschen, ohne ein eigenes Leben, die ihren Senf zu allem dazugeben, diese unreflektierten, kleinlichen, egoistischen Idioten, sie sterben nie aus.

Es ist aber schon ein besonderes Phänomen der Schulzeit, dass die Dinge hier besonders schlimm zu eskalieren pflegen. Jeder will seinen Platz in der Nahrungskette, am besten so weit oben wie notwendig. Verständnis gibt es da wenig, auf keinen der beiden Seite Und anstatt zu vermitteln, heißt es dann, man solle sich am besten aus dem Weg gehen. Am Ende bleiben die Mobber genauso unverstanden, wie die gemobbten, ohne zu erkennen, dass sie beide nur Opfer sind. Opfer einer Lebenslage oder eines Systems, mit dem sich niemand auseinandersetzen will und Opfer für den Rest ihres Lebens.

  1. Deine Lehrer sind nicht überall gleich scheiße

Mit Lehrern in den USA habe ich für meinen Teil, sehr gute Erfahrungen gemacht. Mit Lehrern in Deutschland eher weniger. Sicher, ich war die Austauschschülerin, die immer eine Art Welpenschutz hatte und der es auch herzlich egal war, ob sie den Kurs besteht oder nicht, aber grundsätzlich fühlte ich mir dort ein bisschen weniger gejagt, ein bisschen weniger ausgeliefert.

Amerikanische Lehrer werden schlechter bezahlt, können von Arbeitsbedingungen, wie der der Herren Beamten nur Träumen, arbeiten mehr und länger und steigen viel tiefer in den Alltag der Schüler ein und doch, üben sie eher einen Beruf als einen Job aus. Grund genug, um den verwirrten Langzeitstudenten endlich die Argumentationsgrundlage des Lehrerwerdens zu nehmen, wenn diese nicht das unterrichten enthält.

Was viele meiner Lehrer, besonders in Deutschland nie verstanden haben, ist es die Verantwortung ihres Jobs nicht auszunutzen, sondern einfach zu tragen. Sich tagein, tagaus von den Schülern auf der Nase herum tanzen zu lassen, ist sicher kein Zuckerschlecken, aber auch nur die Antwort auf die Tatsache, dass sie ihren Job eben scheiße machen. Ich war immer eine durchschnittliche Schülerin, die weder positiv noch negativ aufgefallen ist und ich wurde von mindestens 2 Lehrern schikaniert und um Noten erpresst. Ich habe in so viel selbstgefällig grinsende Gesichter geguckt um dann gefragt zu werden, wie ich mich denn selbst schulisch so einschätzen würde, man hat mir gedroht und versuch mich einzuschüchtern und ich habe gesehen, wie diese „Lehrer“ ihre Position genossen. Und ja, das ist mir persönlich nur ein Deutschland passiert. Aber es hält sich ja schon länger das Gerücht, dass Lehrer auch nur Menschen sind. Und genauso wie es immer diese Mitschüler und Kollegin gibt, so gibt es auch die Lehrer, die nicht wissen, wie man sich aufführt, wie ein Mensch. Alles andere erledigt dann das Karma.

  1. Warum es besser wird

Das schlimme an der Schule ist, dass alle beteiligten hier in einem System festsitzen, dass komplett veraltet und überholt ist, was sie weder verstehen, noch daran glauben und was auch keinen weiteren nutzen für die Gesellschaft hat. Fakt bleibt aber, du musst zur Schule gehen und lernen, wie man eine Kurvendiskussion schreibt und dein Lehrer muss zur Arbeit kommen und dir genau das für den Rest seines Lebens beibringen. Dir ist es egal, wie eine Kurvendiskussion funktioniert und deinem Lehrer ist es egal, ob dir das egal ist. Dem System übrigens auch.

Nach der Schule aber, ist damit erst mal Schluss. Zumindest teilweise. Sicher wirst du immer wieder Dinge lernen, die Du nicht braucht, aber du hast zumindest die Wahl. Ein System, was die Amerikaner schon früher verstanden haben und somit mit ihrem Wahlpflichtbereich ein bisschen den Schulfrieden wahren. In Deutschland werden dir die Erfolgserlebnisse in den Bereichen, die dich wirklich interessieren aber vorenthalten und das hilft es nur Augen zu und durch. Es wird besser. Versprochen.

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