#39 Des Präsidenten neuer Bademantel

Politikwoch: Über die Frotteefrage und den miesesten Boss der Welt

Frau und Kind in New York, er von allen alleingelassen, soll er nachts im Bademantel fernsehen oder durch die dunklen Gänge des Weißen Hauses schleichen, wie der kleine Harry der Nachts in Hogwarts umher schlich, auf der Suche nach einem Abendteuer. Da könnten einem ja fast die Tränen kommen, wäre die ganze Geschichte nicht mit so einer kräftigen Note Genugtuung gewürzt.

Denn wie auch in Hogwarts ist auch Ms. Norris im Weißen Haus nie weit, die auf der Lauer liegt um zu beobachten, was sie später dann an die Medien weitertratschen kann. Laut eines Berichts in der New York Times schwappen kräftig Leaks aus dem amerikanischen Regierungssitz an die Öffentlichkeit. Anonyme Stimmen berichten von Interner, der Stimmung und den Problemen. Von Rosigkeit und Frische, von einem neuen Wechsel, oder von „Make America Great Again“ ist hier keine Spur mehr zusehen.

Als Trump ein gutes Jahr von Bundesstaat zu Bundesstaat reiste und seinen unzusammenhängenden Müll in die Mikros brüllte, war es einfach dafür eine gute Resonanz zu bekommen. Denn auch ein Mensch aus Kansas, der sein ganzes Leben lang nur eine Kuh gemolken hat und abends die Veteranen Medaille seines Großvaters polierte wusste, was es heißt, wenn der dicke weiße Mann sagt, „It’s gonna great“.

Nachdem die Strapazen aber alle überwunden und gewonnen sind, sieht sich Trump in Gesellschaft derer, die schon ein bisschen mehr brauchen, außer Mauerbau und Great Great Great. Das Personal im Weißen Haus, die Arbeitnehmer der Regierung, die letztlich ja auch regieren, die Administration des Vereinigten Staaten und eines Bundeskabinetts, dass personell auf sehr wackligen Beinen steht, ist einen Chef gewöhnt, der es versteht den Laden zu schmeißen. Einen Chef, der sowohl Personalverantwortung tragen kann, als auch seinen eigenen Job so ausführen, dass es gar nicht weiter nötig war, alle Naselang die Scherben aufzukehren.

Ich kann durchaus verstehen, dass es da zuweilen extrem anstrengend ist, nun die Aufgabe zu haben, jemanden wie Donald Trump auf Kurs zu bringen.

Er sieht extrem viel Fern, (wenn auch nicht im Bademantel, wie sein Sprecher klarstellte: Er habe nämlich gar keinen. Vielleicht spricht das ein tiefes Trauma, eines Menschen, der Donald Trump nackt fernsehen gesehen hat, oder einfach nur die beste Wahrheit um die Vorwürfe irgendwie zu erwidern.), er verhält sich extrem undiplomatisch gegenüber anderen Staatsoberhäuptern, er lässt sich nur beraten, sondern seine Entscheidungen in den Mundlegen, das macht ihn willkürlich und irgendwie gefährlich. Seine personellen Entscheidungen, spalten den Kongress tief. Zum ersten Mal in der Geschichte, musste der Vizepräsident einen Patt in der Ministerialwahl schlichten. Der entschied natürlich zugunsten der Trump-Nahen Milliardärin, die zwar seit ihrem High School Abschluss kein Klassenzimmer mehr von innen gesehen hat, aber nun Bildungsministerin ist. (Aber gut, das ist ja kein amerikanisches Phänomen.)

„Haarsträubend“ sollen die politischen Verhältnisse im Weißen Haus zurzeit sein. Das finde ich wenig verwunderlich, viel interessanter aber ist, dass wir, die Öffentlichkeit, nun ob dieser Zustände wissen. Und es gewiss nicht nur das Bild eines isolierten, überforderten Präsidenten, sondern auch wesentlich beunruhigendere Insider-Informationen.

Trump Berater Bannon, soll sich selber in den Nationalen Sicherheitsrat befördert haben. Trump selbst hat dieses Manöver nicht wirklich verstanden. Regierungspläne nachdem Obamas Erlass gegen die Diskriminierung von Home- und Transsexuellen in Regierungsbehörden, sollte ursprünglich wieder gekippt werden. Warum ist unklar, angeblich sei es seine Tochter gewesen, die ihrem Vater gut zugeredet hat. Der Times Artikel lässt aber durchgehen, dass auch Sabotage des Regierungsgeschäfts keine Seltenheit waren.

Das sind nur zwei Beispiele, die zeigen, dass es eventuell genug Leute gibt, die Trump zwar sehr nahe stehen, aber auch ihren intellektuellen oder strategischen Vorteil ausnutzen, um die Regierungsgeschäfte nach ihren Wünschen zu lenken.

Und Trump?

Der tut, was er am besten kann. Er twittert, er hetzt, Fake News hier, Muslim Ban da, er regiert mit Willkür, handelt unüberlegt und lässt die Administration hinter sich aufräumen. Ich würde mich auch beschweren. Bei jedem, der zu hört – und da gibt es ja Gottseidank Genug.

 

Original Artikel aus der Times

Spiegel Bericht zu den White House Leaks

Und noch ein paar Goodies:

Kann Trump eigentlich lesen?

 

 

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4 Kommentare zu „#39 Des Präsidenten neuer Bademantel

  1. „Denn auch ein Mensch aus Kansas, der sein ganzes Leben lang nur eine Kuh gemolken hat und abends die Veteranen Medaille seines Großvaters polierte wusste, was es heißt, wenn der dicke weiße Mann sagt, „It’s gonna great“.“
    – Ist es jetzt wieder en vogue, den Pöbel zu verachten?

    „(…)die zwar seit ihrem High School Abschluss kein Klassenzimmer mehr von innen gesehen hat, aber nun Bildungsministerin ist.“
    – Bist du nicht Fan von Martin Schulz?

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    1. 1. ist nicht allein der Ausdruck „Pöbel“ schon verachtend?
      2. deswegen betonte ich ja, dass sei kein amerikanische Phänomen.
      Aber wer lesen kann…
      3. immer noch kein eigenes Troll-Pseudonym? Irgendwie auch nicht richtig en Vogue.

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