frauen

Es ist der 08. März. Alle bereit?

Das Leben wie es sich dreht und windet mit all seinen Fragen und Zögerlichkeiten, mit all seinen Momenten, an denen man nicht mehr sicher weiß, ob man selbst nun verrückt geworden ist, oder die Welt um einen herum. Eine Frau zu sein ist irgendwie diese Mischung aus „alles erwarten“ und „nichts verlangen“. Es ist das ewige auf und ab einer Menschengruppe die gleichermaßen vergöttert und verachtet wurde, die ständig Schmerzen hatte und gleichermaßen das gepuderte Leben der wahren Lady genoss, über das wir uns heute nicht im Klaren werden können.

Wie wir reden und denken, stehen und gehen, was wir sagen, was wir meinen, was wir wollen, was wir fühlen, wie wir ticken, wie wir glauben, wie wir scheinen und wie wir sind. Es ist angeblich egal und doch reden alle drüber. Von Scarlett O’Hara bis Giselle Bündchen sind wir die, die das Denken und Treiben der kultivierten Gesellschaft in seine Schranken weist. Wir geben den Ton an, wir machen es vor, ihr macht es nach. Ihr haltet Schritt, ihr zetert und wettert und mault und flucht und doch seid ihr nichts, ohne die Frau, die euch gezeigt hat, was am Leben schön sein sollte.

Wir zahlen nicht voraus und wir machen keine Schulden, wir geloben keine Anerkennung und tun auch so als würden wir gar nicht arbeiten und Dinge erreichen, nur damit das Gleichgewicht bleibt wie es war und Scarlett O’Hara zwar schöne Kleider tragen darf, aber niemals so tut, als hätte sie es sich ausgesucht und als sei sie der Grund, warum ihr heute wisst, was ein schönes Kleid ist.

Wir gebären eure Kinder, wir erziehen eure Zukunft, wir erhalten euer Zuhause, wir erledigen eure Jobs, wir bringen das Essen auf den Tisch und die Füße darunter, wir verdienen das Geld, was wir ausgeben, auch wenn wir es nicht verdient haben und wir fragen, obwohl es unsere Aufgabe sei, es zu besitzen. Wir verstehen diese Welt nicht, wegen der wir noch heute nicht so leben, wie wir leben könnten und ihr habt euch auch nicht die Mühe gemacht, sie uns zu erklären. Aber wisst ihr, liebe Menschheit, wir löffeln die Suppe immer noch aus und dann sind wir Feministen und böse und nervig.

Aber ganz ehrlich? Wer nervt hier eigentlich?

Heute ins Büro, heute unter Männer, heute unter Tränen, heute unter Blicke, heute allein zu Haus. Gestern im Rock, heute im Kleid, morgen nicht krank, aber ungeschminkt. Lieber keinen Kaffee und niemals schlechten Atem, wir Rauchen nicht, wir trinken kein Bier, wir tragen keine Sneaker, weil sich das nicht gehört. Oder eben doch, weil wir dann weniger zickig und entspannter sind. Dann bin ich heute mal entspannt, der Kumpeltyp, der Bro, der kickern und fluchen kann, aber dafür dann eben keine Frau mehr ist, sondern ein Mannsweib. Schade.

Freitags in die Disco, oder lieber in die Bar. Hauptsache, wir machen’s für uns und nicht für die Männer. Wir mit unseren Mädels, die gackernden Bitches, die den Aufriss des Jahres machen um vor die Tür zu gehen, damit wir den Männern auffallen, die halt eben eine geile Zeit haben. Und wer bestellt der zahlt und wer zahlt, hat die Rechte, wir die Hälfte dazu legt, hat keinen Anstand, der will ja gar nicht gedatet werden und überhaupt, nervt dieser emanzipierte Scheiß, wenn man nicht mal mehr einladen darf, ohne pervers zu sein. Dann verzichte halt auf meinen Sex, wir bleiben Freunde, ist doch auch okay, weil du bist ja nett, aber irgendwie eben nicht so Frau, wie ich mir das vorstelle.

Ich stelle mir nämlich vor, dass ich mal nach Hause komme und du mit Abendessen und Hund und Kinder auf mich wartest, weil mein Tag im Büro war anstrengend, mein Boss ist ein Arsch und ich hoffe, du trägst keine Schürze beim Kochen. Denn die Zeit der Hausmuttis ist ja wirklich vorbei, du kannst nicht von meinem Gehalt mit leben, gehe bitte arbeiten. Aber kümmer‘ dich um die Kinder! Wir haben keine bekommen um sie dann wegzugeben, was sagen nur die Freunde unsere Babysitterin, wenn wir sie wieder anrufen? Richtig! Die Herrschaften können ja auch mal zu Hause bleiben und sich selbst um ihre Brut kümmern. Aber wir gehen ja gar nicht mehr aus! Immer klagst du über Langeweile und nie bringst die Party mit, wenn du zu Hause auf mich wartest.

Und unsere Tochter erst! Sie ist zwar hübsch und schlau und alles, aber eben ein Mädchen. Wenn sie Fußball spielt, wird die später mal eine ganz toughe – die lässt sich von niemandem was sagen und jagt die Männer selber wieder aus dem Haus. Und die Barbies im Zimmer? Naja, sie ist halt ein Mädchen. Oder fänden wir Legos besser? Naja, lieber ein Mädchen mit Lego, als ein Junge mit Barbies, weil der gehört ja weiß Gott auf den Fußballplatz. Damit er lernt, warum er besser im Sport ist, weil er ja kein Mädchen ist, weil die dürfen ja nicht dreckig werden und Angst vor Bällen haben sie auch. Alle.

Ich spiel Videospiele. Überrascht? Ja, haben mir die Jungs aus der Nachbarschaft gezeigt. Sozusagen von Wölfen aufgezogen, irgendwie cool, aber irgendwie ist sie ja auch anders. Sicher findet sie mal ihren Traummann und der liebt sie dann auch so richtig, aber das dauert eben eine Weile. Frau sollte warten, der Dinge die da kommen. Der Dinge, die da waren.

Ja, die Welt ist schon schwer genug. Auch mit Gleichberechtigung.

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